Mendelsche Regeln – Einfache Erklärung

Der Priester Johann Gregor Mendel veröffentlichte 1866 die so genannten Mendelschen Gesetze der Genetik und teilte seine bis dahin einmaligen Forschungsergebnisse über die Vererbung von Eigenschaften von Eltern auf Kinder mit der Öffentlichkeit.

Mendel führte im Garten seines Klosters Experimente mit Pflanzen durch. Dabei benutzte er die Erbsenpflanze, da sie ausgesprochen pflegeleicht ist und viele Früchte führt.

 

1. Mendelsche Regel: Uniformitätsregel

Kreuzt man zwei reine Rassen einer Art miteinander, so zeigen die direkten Nachkommen das gleiche Aussehen.

Mendel kreuzte Erbsenpflanzen mit weißen Blüten mit Pflanzen, die rote Blüten trugen. Die dabei entstandenen Blüten (F1-Generation/Tochter-Generation) wiesen durchweg rote Blüten auf.

Uniformitaetsregel

Betrachtet man den Sachverhalt aus der Sicht der Vererbung, so gab die weiße Pflanze die Information für weiße Blüten weiter und die rote Pflanze die Information für rote Blüten. Der Grund dafür, dass die rote Farbe sich durchsetzt , ist ihre Dominanz gegenüber der weißen Farbe. Die Erbinformation der weißen Pflanze hat sich nicht durchgesetzt und wird deshalb als rezessiv bezeichnet. Deshalb spricht man von einem dominant-rezessiven Erbgang.

Merke: Wenn reinerbige rotblühende und reinerbige weißblühende Pflanzen gekreuzt werden, haben alle Pflanzen der F1-Generation eine Erbanlage (ein Gen) für weiß und eine Erbanlage für rot vererbt bekommen und werden deshalb als heterozygot bezeichnet.

Bei anderen Pflanzenarten kann man allerdings Pflanzen mit roten und weißen Blüten kreuzen und dadurch lila Blüten erhalten. Beim dominant-rezessiven Erbgang setzt sich ein Merkmal durch. Bei anderen Pflanzen liegt kein dominant-rezessiver Erbgang vor sondern ein intermediärer. Bei diesem setzt sich keine Blütenfarbe durch, sondern es entsteht eine Mischform aus den Blütenfarben der Elterngeneration.

2. Mendelsche Regel: Spaltungsregel

Kreuzt man die Mischlinge (Tochtergeneration) untereinander, so spaltet sich die Enkelgeneration in einem bestimmten Zahlenverhältnis auf. Dabei treten auch die Merkmale der Elterngeneration wieder auf.

Beim dominant-rezessivem Erbgang passiert folgendes: Die F1-Generation ( Kinder ) weisen Erbinformationen für weiß und rot auf. Nun kann rot-rot als Blütenfarbe vererbt werden, dann entsteht rot. Es kann rot-weiß vererbt werden, wobei auch wieder rot entsteht, denn rot ist dominant. Wird hingegen weiß-weiß vererbt, entsteht weiß. Handelt es also sich um eine dominant-rezessive Vererbung, so sind 1/4 der F2-Individuen reinerbig mit zwei rezessiven Erbanlagen und zeigen eine dementsprechende Merkmalsausprägung. Die anderen 3/4 zeigen die gleiche Ausprägung wie reinerbige Individuen mit zwei dominanten Erbanlagen. Diese 3/4 setzen sich aus reinerbigen (1/4) und mischerbigen (2/4) Individuen zusammen.

Spaltungsregel

Bei der intermediären Vererbung ist das anders: Die F1-Generation ( Kinder ) weisen Erbinformationen für weiß und rot auf. Die F2-Generation ( Enkel ) kann dann weiß, rot oder auch lilafarbene Blüten haben. Das kann drei Ursachen haben. Die 1. Möglichkeit: Die F2-Generation bekommt von beiden Elternteilen die Erbinformation „rot“, worauf auch der Nachkomme rot ist. Möglichkeit Nr.2: Es werden rot und weiß vererbt. Beim intermediären Erbgang entsteht dann eine Mischfarbe, lila in diesem Fall. Und letzte Möglichkeit: Es wird zweimal weiß vererbt, dann entsteht auch ein Nachkomme mit weißen Blüten.

3. Mendelsche Regel: Unabhängigkeitsregel

Kreuzt man zwei Rassen, die sich in mehreren Merkmalen unterscheiden, so werden die einzelnen Erbanlagen unabhängig voneinander vererbt. Diese Erbanlagen können sich neu kombinieren.

Mendel kreuzte außerdem Pflanzen mit runden und gelblichen Früchte mit Pflanzen, die grüne und eckige Früchte trugen. Die F1-Generation (Tochtergeneration) besaß ausschließlich runde und gelbe Früchte. Diese wurde erneut gekreuzt wodurch die F2-Generation (Enkelgeneration) Früchte mit den Formen der Eltern aufwies, wie auch zwei neue Rassen mit gelb-eckig und grün-runden Merkmalen.

Unabhängigkeitsregel

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