Uferprofil eines Biotops

Nun kommen wir zum Uferprofil unseres Biotops, welches einen Querschnitt von einer Uferseite durch den Fluss und dessen Bachbett bis zur anderen Uferseite zeigt.

Eingezeichnet erkennt man einige für diesen speziellen Lebensraum charakteristische Pflanzenarten, sowie 2 Tierarten, die für unsere Arbeit aus verschiedenen Gründen besonders wichtig waren. Beginnen will ich mit der Gestaltung des Bachbetts, welches auf den ersten Blick auffallend Flach, geschwungen und ohne große Tiefen ist.

Hierfür gibt es 2 Gründe, die bei der Renaturierung dieses Abschnittes ausschlaggebend waren:

1. Um den Ansprüchen des Naturschutzes gerecht zu werden:
Durch die Vermeidung starker Tiefen und damit auch einer Verminderung der Tiefenerosion, setzten sich größere Holzteile und Steine ab -> das bietet mehr Lebensraum für Pflanzen und Tiere, die in z.B. in den hohen Gräsern und unter den Steinen Verstecke finden.

2. Bietet das geschwungene Ufer eine Rückhaltefläche für anströmendes Hochwasser, was dem Streben nach mehr Hochwasserschutz der Planer dieses Stückes gerecht wird.

Diese unterschiedliche Ausbildungen und Tiefen des Bachgrundes werden auch durch Übergänge von der Bodenbeschaffenheit deutlich. Von Sand zu Kiesschicht und auf den Inseln teilweise zu Schlamm und Sand. Einige Pflanzenarten charakterisieren das Bachbett. Darunter viele Unterwasser- und Sumpfpflanzen, z.B. die pflanzenartigen Algen. Ein weiteres Beispiel ist das Schilf, eine weit verbreitete Sumpfpflanze welche auf kleinen Inseln im Fluss wächst. Man erkennt, dass sich die Wurzeln und untere Teile der Pflanze halb unter Wasser befinden, was ihrer Feuchtbedürftigkeit optimal gerecht wird.

Betrachten wir nun das Ufer. Gräser, Bäume und andere Pflanzen säumen das Ufer. Immer wieder findet man am Flusslauf Erlen und Weiden. So sieht man hier links eine Schwarz-Erle und rechts eine Silber-Weide. Diese Bäume dienen durch ihre tief im Boden verankerten Wurzeln als Sicherung des Ufers und der Uferböschung, sowie als Verstecke für Tiere. Die Weide zeichnet sich außerdem noch als äußerst Hochwasserresistent aus. Einen weiteren Zweck erfüllen sie als Nahrungsgeber für im Fluss lebende Tiere durch ihr abfallendes Laub und Äste. Durch ihre Größe und ihre Blätterkrone beschatten sie den Fluss, was vor allem im Sommer vor zu starker Erwärmung des Wassers und damit absterben vieler Pflanze- und Tierarten schützt. Des Weiteren konnten wir eine starke Population von Brennnesseln in ca. 1 Meter Wasserentfernung ausmachen, welche sehr typisch für Auenwälder, wie diesem sind.

Als letztes möchte ich mich um die Tiere in der Skizze kümmern. Der Bachflohkrebs ist in der Mitte des Bildes auszumachen. Er kommt häufig in fließenden Gewässern vor, wie es hier vorliegt. Dieses Krebstier findet Unterschlupf in den Unterwasserpflanzen und war ausschlaggebend für die Güteklassebestimmung.

Die Kuh am linken Bildrand deutet auf Beweidung in unmittelbarer Nähe zum Fluss hin. Die Kühe sind aktiv an der Gestaltung der Pflanzenwelt des Ufers beteiligt und belasten diesen Lebensraum mit ihren Abfallprodukten, sie sind deshalb entscheidend für Aussehen und Verunreinigung unseres Biotops.

Wassertemperatur:
Teil des Natürlichen Lebensraums von Wassertiere und Wasserpflanzen. Mit Hilfe eines Stabthermometers haben wir deshalb an mehreren Tagen + zu versch. Uhrzeiten gemessen: Durchschnittstemperatur von 13°C

Beobachtung: Auffallend = unabhängig v. Tag, Uhrzeit + Außentemperatur hatte das Wasser jedes Mal relativ genau 13°C.

Erklärung: hohe spezifische Wärmekapazität des Wasser. Dadurch die Fähigkeit viel Wärme aufzunehmen + zu speichern ->Temperatur bleibt relativ konstant auch wenn äußere Einflüsse sich geringfügig ändern + verändert sich nur langsam.

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