Theodor Fontane – Biographie & Lebenslauf

30.12.1819 (Neuruppin) – 20.9.1898 (Berlin)

Theodor Fontane wurde in Neuruppin geboren. 1827 zog seine Familie nach Swinemünde.

Zwischen 1836 und 1840 machte er seine Apothekerlehre. Als Apothekergehilfe arbeitete er in Magdeburg, Leipzig und Dresden.

Seine ersten literarischen Kontakte hatte er 1844 mit der Autorenvereinigung „Tunnel über der Spree“, einem literarischem Zirkel, dem neben „Hobby-Autoren“ auch anerkannte Künstler angehörten, wie Theodor Storm und Adolph von Menzel.

Fontane schrieb in dieser Zeit zahlreiche Balladen, mit dem er dem Zeitgeist entgegenkam. Seine englischen und schottischen Balladen wurden auch vertont. Er hatte in diesem Zirkel sehr großen Erfolg und zahlreiche Freundschaften wurden hier begründet.

Nach 1850 war Fontane als Journalist tätig. Er berichtete zunächst aus London im Auftrag für die preussische Regierung. Er bewunderte die Dynamik der britischen Metropole. Jahre später wurde das aufstrebende Berlin dann Mittelpunkt seiner Romane. Später arbeitete er für die „Neue Preussische Zeitung“ und der „Berliner Kreuzzeitung“.

Er schrieb für verschiedene Zeitschriften Theaterkritiken, so auch für die „Vossische Zeitung“. In dieser Zeit entstanden auch die „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“(1862-1882). Mit seinen Wanderungen beschrieb er „wandernd, plaudernd, reisenovellistisch“ die historischen Stätten der Mark und ihre Bewohner.

Er berichtete auch über die Kriege gegen Dänemark (1864), Österreich (1866) und vom Deutsch-französischen Krieg (1870/71).

Seine Arbeit als Korrespondent und später als Sekretär der Königlichen Akademie der Künste in Berlin waren für ihn nicht erfüllend.

Ab 1876 lebte er als „freier“ Schriftsteller. Erst relativ spät in seinem Leben fing er an, Romane zu schreiben. In seinen Romanen beschreibt er das Schicksal des Berliner Bürgertums und des Adels der Mark Brandenburg in einer Zeit, die brüchig geworden ist und in starren Traditionen verharrt.

Erste Erfolge waren „Vor dem Sturm“ und „Schach von Wuthenow“.

Fontane schuf grosse literarische Frauengestalten. „Jenny Treibel“ „Effi Briest“ schildern das Scheitern der Frauen an den sozialen Konventionen der Zeit.

Heinrich Mann beschrieb Fontanes Romane als „das gültige, bleibende Dokument einer Gesellschaft, eines Zeitalters.“

Fontane schrieb oft jahrelang an einem Roman. Er recherchierte vor Ort und war ein Meister der Details. Berlin kannte er durch eigenes Erleben, er wohnte an 20 verschiedenen Adressen während seines Lebens. Erich Kästner bezeichnete später Fontane als „den“ Dichter Berlins. Dann ließ Theodor Fontane die Arbeit liegen, und er wandte sich anderen Romanen zu. So schrieb er von 1882 bis 1888 mit Unterbrechungen an sechs Romanen „gleichzeitig“.

Neben seinen Romanen ist seine umfangreiche Korrespondenz von literarischer und zeitgeschichtlicher Bedeutung. Er hat ca 12000 Briefe geschrieben, von den ein Teil leider verloren gegangen sind.

Quellen:
Microsoft Encarta Enzyklopädie plus 99
Metzler Autoren-Lexikon Stuttgart: Metzler 1986
Martin Neubauer: Theodor Fontane Irrungen und Wirrungen. Mentor 1997 (Mentor-Lektüre Durchblick. 328.)

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