Theodor Fontane – Effie Briest || Kurze Zusammenfassung & Inhaltsangabe

Effie Briest ist die Hauptfigur in Theodor Fontanes Gesellschaftsroman aus dem späten 19. Jahrhundert. Sie ist 17 Jahre alt und entstammt einer reichen Familie in Hohen-Cremmen; der 38jährige Baron von Innstetten hält um Effies Hand an und die Mutter willigt ein. Die fröhliche junge Frau und ihr Mann machen ihre Hochzeitsreise nach Italien, anschließend ziehen sie nach Kessin in Hinterpommern, wo es Effie zunächst gut gefällt. Doch zunehmend fühlt sie sich in dem unheimlichen Haus unwohl, sie wird von Albträumen geplagt. Ihr Mann hat kein Verständnis für ihre Verunsicherung, und zur Gesellschaft im Ort findet sie keinen Zugang. Einzig und allein der Apotheker im Ort, ein Mann namens Gieshübler, ist ihr sympathisch, da er sehr zugänglich ist und anders als die anderen Menschen in Kessin. Auch als Effie ihre Tochter Anni gebärt, ändert sich nichts am Zustand innerhalb der Familie.

Als Effie dann Kontakt aufbaut zu dem Landwehrbezirkskommandeur und Lebemann Major von Crampas, bemerkt sie, wie wenig Zuneigung sie durch ihren Mann erfährt. Sie und der Major beginnen eine Affäre, die ihr jähes Ende findet, als die Familie nach Berlin übersiedelt. Dort vergisst Effie den Major, und zum ersten Mal seit langem zeigt sie sich wieder bei gesellschaftlichen Ereignissen. Dann, nach einem Zeitsprung von sieben Jahren, muss Effie zur Kur nach Bad Ems, und während sie fort ist, entdeckt ihr Mann die zahlreichen Liebesbriefe, die ihr Major von Crampas weiter geschrieben hatte. Von Instetten kommt dahinter, dass seine Frau eine Affäre hatte, und er will seine Ehre wieder herstellen, weswegen er den Major zu einem Duell herausfordert. Dabei erschießt der Baron den Major und verlässt seine Frau, die nun keine sozialen Bindungen mehr hat, da sie auch zu ihren Eltern keinen Kontakt mehr pflegt. Von ihnen erhält Effie nur einen Brief, in dem sie schreiben, dass es auch in Hohen-Cremmen gesellschaftlich geächtet sei, den eigenen Mann zu betrügen. Darum könne sie unter keinen Umständen jemals in das Haus zurückkehren, in dem sie aufgewachsen ist und eine glückliche Kindheit hatte.

Von der Gesellschaft somit völlig verstoßen und ohne Annie – der Vater hatte dafür gesorgt, dass die gemeinsame Tochter ihm zugesprochen wird –, vereinsamt Effie schnell in der großen Stadt. Sie lebt in einer winzigen Wohnung, und die einzige Person, mit der sie Kontakt hat, ist ihre ihr treu ergebene Haushälterin Roswitha. Effie ist völlig auf sich allein gestellt und freut sich umso mehr, als sie nach weiteren drei Jahren zum ersten Mal ihre Tochter sehen darf. Weil Annie aber nur noch vom Vater erzogen wird, ist ihre Mutter für sie wie eine Fremde. Effie kommt darüber nicht hinweg und bricht zusammen. Erst, als ein Arzt die Eltern bittet, die Tochter doch wieder bei sich aufzunehmen, da sie sehr krank ist, darf sie nach Hohen-Cremmen zurück. Bald geht es ihr besser, die von früher bekannte Umgebung trägt zu Effies Genesung bei. Doch in ihr nagt ein Schmerz, der Schmerz über das kühle Gebaren der eigenen Tochter, die vom Vater erzogen wurde, die Mutter zu missachten.

Effies Zustand verschlechtert sich und sie weiß, dass sie sterben wird. Zuvor nimmt sie alle Schuld an ihrem Zustand von ihrem früheren Mann, dann stirbt sie im Alter von nur 29 Jahren an gebrochenem Herzen. Die Mutter ist von Gewissensbissen geplagt, da sie erkennt, dass Effies Unglück damit begonnen hat, dass sie – sie Mutter – seinerzeit in die Ehe mit dem 21 Jahre älteren Baron eingewilligt hatte. Effies Vater hingegen will derlei Gedanken nicht an sich heranlassen, weswegen er Diskussionen darüber ablehnt. Seiner Frau bescheidet er mit dem Satz, der im Roman oft von ihm zu lesen ist: „Ach, Luise, lass‘ … das ist ein zu weites Feld“.

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