Pyramide von Menkaure – Die wichtigsten Fakten

Menkaure (griech. Mykerinos, 2490-2472 v. Chr.), der Sohn Chephrens, erbaute die letzte Pyramide bei Gise. Sie ist die kleinste in diesem Komplex und befindet sich südwestlich der großen Pyramiden.

Die Pyramide

Ihre Basislänge ist 102 x 104 m, die Neigung liegt bei 51 Grad, und sie hat eine Höhe von 65 m. Der Pharao verstarb nach etwa 26 Regierungsjahren, und so wurde das Gebäude nicht ordnungsgemäss fertiggestellt. Sein Nachfolger Schepsekaf ließ die Bauten mit weniger beständigen Lehmziegeln vollenden.

Es gibt nur Vermutungen darüber, warum die Pyramide so klein geplant wurde. War kein Platz mehr für ein großes Bauwerk auf der Ebene? Oder waren dem Pharao, ein Anhänger des Sonnenkultes um Ré, die Tempel und deren Ausstattung wichtiger als ein imposantes Grab? Vieles deutet auf die letzte Antwort hin. Die Pyramiden nach der 4. Dynastie wurden deutlich kleiner gebaut, deren Totentempel wurden größer und prächtiger ausgestattet.Nach den religiösen Vorstellungen dieser Epoche ging der Pharao als Sohn des Ré nach dem Tod zum Sonnengott. Ein großes Grab war deshalb nicht mehr nötig. Die Pyramide wurde im 19. Jahrhundert schwer beschädigt, als ein Mamelucken-Herrscher das Bauwerk aufbrechen liess, um die Schätze dr Pyramiden zu bergen.

In der Pyramide

Der Eingang liegt auf der Nordseite in 4 m Höhe. Ein Gang (31 m lang) führt abfallend in eine Kammer. Von hier geht ein horizontaler Gang bis zur Vorkammer. Von dieser Kammer zweigt eine Passage nach oben ab, die aber unvollendet blieb. Im Boden beginnt ein weiterer Gang, der zur Grabkammer abwärts führt. An dieser Passage befindet sich noch vor dem Grab eine Kammer mit vier Nischen. Die Grabkammer ist rechtwinklig, und ihre Wände bestehen aus Granit. Die Archäologen fanden hier einen leeren Sarkophag. Dieser Sarkophag ging bei dem Transport über See nach Großbritannien bei einem Schiffsuntergang verloren.

Die Königinnen-Pyramiden

Im Süden der Pyramide stehen drei kleine Pyramiden, die auch als Gräber gedient haben. In einer fand man noch den Leichnam einer Frau. Die Aussenseiten einer Pyramide sind mit Kalkstein verkleidet, die anderen sind Stufenpyramiden. Es ist nicht bekannt, ob diese überhaupt vollendet wurden.

Der Totentempel

Beim Bau des Totentempels wurden zunächst Kalksteinquader verwendet. Der schwerste gefundene Quader wiegt 200 Tonnen! Nachdem der Pharao noch während der Arbeiten verstarb, führte man die Bauarbeiten nur noch mit Lehmziegeln weiter. Hier wurden Reste von Statuen gefunden. Eine Menkaure-Statue stand vermutlich an der Wand des Innenhofes gegenüber der Eingangshalle und dem Eingang. So konnte der Pharao in sein Land “sehen”.

Der Taltempel

Vom Totentempel führt ein 608 m langer Aufweg zum Taltempel. Auch er wurde nach dem Tod des Pharaos mit Lehmziegeln vollendet. Auch hier fand man einige bedeutende Statuen von Menkaure in Begleitung von Göttinnen und seiner Frau.
Das Standbild, dass Menkaure mit seiner Frau Chamerernebti zeigt, ist ein eindrucksvolles Dokument über die geachtete Stellung der Frau im Antiken Ägypten. Die Ehefrau steht nur knapp hinter dem Herrscher und umfasst den Pharao vertraulich.

Ende einer Epoche

Schepsekaf, der letzte Vertreter der 4. Dynastie, baute keine Pyramide. Sein Grabmal in der Nähe von Saqqara ist einem Sarkophag nachgebildet. Das Bauwerk hat eine Höhe von 19 m, ist 100 m lang und 73 m breit. Die Zeit der großen Pyramiden war vorbei.

Quellen:

Ekschmitt, Werner: Die sieben Weltwunder, von Zabern 1984
Lehner, Mark: Geheimnis der Pyramiden, Orbis 1999

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