Treibhauseffekt – einfache Erklärung

Als Treibhauseffekt wird die Wirkung von Treibhausgasen in Atmosphären auf die Temperatur am Boden bezeichnet. Der namensgebende Effekt wurde im Jahr 1824 von Joseph Fourier entdeckt und 1896 von Svante Arrhenius erstmalig quantitativ genauer beschrieben.

Durch den Effekt stellen sich auf Planetenoberflächen höhere Temperaturen ein, als ohne den Treibhauseffekt. Der entsteht dadurch, dass die Atmosphäre größtenteils transparent ist für kurzwellige Strahlung von der Sonne, jedoch weniger transparent für langwellige Infrarotstrahlung, die von der warmen Erdoberfläche und von der erwärmten Luft ausgesendet wird. Das wichtigste Treibhausgas auf der Erde ist dabei Wasserdampf. Sonnenstrahlen treffen als sog. ultraviolette Strahlung oder UV-Strahlung auf die Erdoberfläche und erwärmen diese. Ein Teil der Energie der UV-Strahlen wird in Form von langwelliger infraroter Strahlung wieder Richtung Weltraum. Die Atmosphäre hält einen Teil dieser reflektierten infraroten Strahlung wiederum mit Gasen wie Wasserdampf, Ozon, Kohlendioxid quasi zurück. Diese langwelligen UV-Strahlen fallen daraufhin zur Erde zurück und erwärmen diese wie in einem Treibhaus. Daher auch der Name des Phänomens. Der natürliche Treibhauseffekt ermöglicht Leben unter den herrschenden Bedingungen damit wie eine gigantische, erdumspannende Temperaturregelung.

Treibhauseffekt
Der natürliche Kohlendioxid(CO2)-Kreislauf hält die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre im Gleichgewicht. CO2 entsteht beim z.B. beim Ausbruch von Vulkanen oder bei der Zersetzung von Pflanzen und bei Ausdünstungen von Tieren. Es gelangt dadurch in die Atmosphäre, wo es nach ca. 100 Jahren durch Photosynthese wieder von Pflanzen aufgenommen oder im Wasser der Ozeane aufgelöst wird.

Der menschengemachte Treibhauseffekt wird anthropogener Treibhauseffekt genannt. Die ersten wissenschaftlichen Erkenntnisse stammen vom Ende des 19. Jahrhunderts. Ab der Mitte des letzten Jahrhunderts gab es auf internationaler Ebene erste Debatten zu dem Thema und spätestens seit den 1980er Jahren einen wissenschaftsbasierten Konsens und dazugehörige politische Maßnahmen wie die Schaffung des Weltklimarats (IPCC), der Entscheidungsträgern und Staaten zuarbeiten soll. Zudem werden im IPCC wissenschaftliche Erkenntnisse zur globalen Erwärmung und dem anthropogenen Anteil daran archiviert, diskutiert und in Berichten zusammengefasst.

Zu den erwarteten und teils bereits beobachtbaren Folgen der globalen Erwärmung durch den anthropogenen Treibhauseffekt gehören unter Anderem Meereis- und Gletscherschmelze mit einem Anstieg des Meeresspiegels sowie das Auftauen von Permafrostböden und wachsende Dürrezonen. Dazu tragen zunehmende Wetter-Extreme mit entsprechenden Auswirkungen auf die Lebens- und Überlebenssituation von Menschen und Tieren bei und treiben das Artensterben voran.

Anders als der Name jedoch suggeriert, basiert die Erwärmung eines Treibhauses durch einfallende Sonnenstrahlung nicht auf dem Treibhauseffekt. Der hier eintretende Effekt heißt Glashauseffekt, wobei jedoch beide Bezeichnungen auch synonym für beide Effekte verwendet werden.

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