Feuerwehr und Polizei im Antiken Rom

Die Stadt Rom war auch in der Antike ein Ort, der unsicher und gefährlich sein konnte. Die Sicherheit auf den Straßen konnte, vor allem nachts, kaum gewährleistet werden. Die römischen Autoren Juvenal und Tacitus schrieben über den Bandenterror Jugendlicher und organisiertem Verbrechen. Brände wüteten täglich in der großen Stadt. Erst unter Augustus sollte sich die Situation etwas entspannen.

Feuerwehr im Einsatz: Brände

Es brannte in Rom täglich. Die Zahl dieser Brände wird auf etwa 100 geschätzt, darunter bis zu zwei täglichen Großbränden. Besonders gefährdet waren die innerstädtischen Gebiete um das Forum Romanum, das Marsfeld und der Palatin.

Die Wohnviertel bestanden aus bis zu sechsstöckigen Häusern, den insulae, deren Decken und Wände aus Holz bestanden. Mit der steten Zunahme der Bevölkerung wuchsen die Häuser bis zu sieben Stockwerken in die Höhe. Zahllose Spekulanten sorgten durch mangelhafte Bauweise dafür, dass es immer wieder zu Bränden und Einstürzen kam. Die Kaiser Augustus und Trajan erließen schließlich Bauvorschriften, die die Höhe der Gebäude begrenzte.

Kaiser Augustus veranlasste auch die Bildung einer Truppe von Nachtwächtern (vigiles), die als Feuerwehr und Polizei eingesetzt wurde. Die vigiles erließen und überwachten die Brandschutzbestimmungen. So mussten in den Häusern Löschmaterial wie Sand, Wassereimer und “Feuerklatschen” vorhanden sein.

Polizei im Einsatz: Kriminalität

Es gab bis zur Zeitenwende keine Polizei in der Stadt Rom. Für die persönliche Sicherheit musste jeder selbst sorgen. Die Kriminalität war sehr hoch. Schutzgelderpressungen, Entführungen waren an der Tagesordnung. Die Stadt war besonders in der Nacht unsicher, weil es keine Straßenbeleuchtung gab. Wer trotzdem zu dieser Zeit unterwegs war, ging, wenn er es sich leisten konnte, mit Leibwächtern durch die Straßen. Mitgeführte Kerzen und Laternen sorgten für eine leidliche Beleuchtung.

Zahlreiche Räuberbanden terrorisierten zusätzlich die Stadtviertel. Besonders gefährlich lebten die Bewohner der umliegenden kleinen Ortschaften, die oft Opfer von Überfallen großer Banden wurden.Das Bandenunwesen bedrohte sogar ganze Regionen, in denen sich “mafia-ähnliche” Strukturen bildeten. Die Strafen für diese Kriminellen waren drakonisch. Die Verurteilten endeten am Kreuz, in der Arena oder auf dem Scheiterhaufen.

Es gab zwar eine “Polizei” in der Stadt, die wurde aber nur zur Überwachung der Märkte und Bäder eingesetzt, in der sie die Einhaltung der betreffenden Gesetze überwachte. Diese Ädilen überwachten auch streng die Gewichte, die auf den Märkten benutzt wurden. Der Dienstplatz der Ädilen, das Eichamt, befand sich im Castortempel, von dem bis heute noch drei Säulen stehen.
Eine weitere ihrer Aufgaben war die Bekämpfung des Glücksspiels in der Stadt, dass offiziell nur an bestimmten Feiertagen erlaubt war.

Zur Bekämpfung des Verbrechens gründete Kaiser Augustus neben den vigiles die Stadtkohorten (cohortes urbanae). Aus rechtlichen Gründen waren die Angehörigen dieser Truppen keine Soldaten, wie die Prätorianer zum Beispiel. Trotzdem wurden die Kohorten wie eine Militäreinheit organisiert (27 v. Chr.). Neben der Verbrechensbekämpfung sorgte diese erste Polizei der Geschichte auch für die Niederschlagung von Unruhen. Beide Truppen, die vigiles und die cohortes, arbeiteten eng zusammen. Diese Reformen des Augustus sorgten schließlich für eine Verringerung der Kriminalität in der Stadt.

Literatur:

Wilfried Greiner:
Rom : Ruinen erzählen ; alltägliches Leben im alten Rom
Wien: Böhlau 1998

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