Spanien: Die Krise des Franco-Regimes

In der Wirtschaftspolitik trat eine Wende ein, angeführt von Mitgliedern der katholischen Organisation Opus Dei. Spanien öffnete sich dem Weltmarkt, ausländische Touristen erkoren Spanien zu ihrem beliebten Ferienziel, spanische Gastarbeiter zogen nach Mitteleuropa. Durch die Öffnung nach Europa erlebte Spanien sein Wirtschaftswunder und veränderte sich kulturell und gesellschaftlich.

Der Wirtschaftsaufschwung der 60er Jahre festigte das Franco-Regime, brachte aber keine politische Veränderung. Die Hoffnung westlicher Beobachter, der wirtschaftspolitischen Öffnung würde eine politische Demokratisierung folgen, erfüllte sich nicht. Nach wie vor galt eine eingeschränkte Pressefreiheit, die sich nur langsam lockerte, noch immer saßen politische Häftlinge in den Gefängnissen.

Unerwünschte Effekte zeitigte in den Augen des Regimes der Fremdenverkehr, der seit Anfang der 50er Jahren in Spanien boomte. Ende der Dekade kamen schon mehr als sechs Millionen Urlauber pro Jahr. Die Touristen brachten jedoch nicht nur die gewünschten Devisen ins Land, sie konfrontierten die Spanier auch mit neuen Ansichten und Verhaltensweisen, die auf so manchen erzkatholischen Spanier schockierend wirkten und die Jugend Francos nachdenklich stimmten. Die Entwicklung war jedoch nicht mehr zu stoppen, der Fremdenverkehr entglitt der Kontrolle des Regimes.

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