Nahostkonflikt – Vorgeschichte & zeitlicher Ablauf

Vorgeschichte

Palästina war zu Anfang des 20. Jahrhunderts britisches Mandatsgebiet. In der Balfour-Deklaration wurde 1917 festgelegt, dass das jüdische Volk einen Anspruch auf territoriales Gebiet in Palästina hat. Damit wollte man dem jüdischen Volk eine Heimatstätte errichten. Vor allem durch den Antisemitismus des NS-Regimes stieg die Zahl der jüdischen Siedler in Israel stark an.

Zeitlicher Ablauf: Auflistung der vergangenen Kriege im Nahen Osten mit Beteiligung Israels

1948-1949: Erster Nahohstkrieg

Der Auslöser für den ersten Krieg im Nahen Osten war die Staatsgründung Israels und der dafür vorgesehene Teilungsplan für Palästina von den Vereinten Nationen. Bereits in der nächsten Nacht intervenierten arabische Truppen und begannen einen Krieg gegen den neu gegründeten Staat Israel. Nach einem Vermittlungsversuch der Vereinten Nationen wurde Frieden geschlossen und Jerusalem geteilt. Während des Krieges flohen viele Palästinenser aus den israelischen Gebieten und siedelten sich hauptsächlich in Gaza und der Westbank an.

1956: Suezkrise

Der Suezkanal stellt eine strategisch äußerst wichtige Verbindung des Mittelmeers zum arabischen Golf dar. Ohne diese Verbindung ist unter anderem der Transport von Rohöl aus dem arabischen Raum nach Europa sehr unwirtschaftlich, da man dazu Afrika umschiffen müsste. Als der damalige ägyptische Präsident Nasser versuchte, den Suezkanal zu verstaatlichen, sahen vor allem Großbritannien und Frankreich ihre Interessen gefährdet. Durch eine Beteiligung an den Baukosten des Kanals vereinbarte man ein Nutzungsrecht, welches durch eine Verstaatlichung des Kanals verloren gehen könnte. Auch Israel befand sich zu dieser Zeit in einem Streit mit dem sozialistischen Ägypten, da sich der jüdische Staat im Würgegriff arabischer Länder sah und territoriale Ansprüche in Gefahr waren.

Israel startete mit der Zusicherung von Frankreich und Großbritannien eine Invasion in Ägypten, bei der der Gazastreifen und die Sinai-Halbinsel besetzt wurden. Da jedoch die Sowjetunion auf der Seite Ägyptens und die USA auf Seiten der Europäer und Israelis auf eine Lösung pochten, konnte Nasser nicht gestürzt werden und der Krieg wurde beendet.

1967: Sechstagekrieg

Der Sechstagekrieg entstand vor allem, weil die arabischen Staaten durch ein Staudammprojekt ein Bewässerungssystem der Israelis verhindern wollten. Als den Israelis durch die Ägypter der Zugang zu einer wichtigen Hafenstadt am Roten Meer abgeschnitten wurde und auch Jordanien und der Irak begannen Truppen zu konzentrieren, starteten die Israelis einen Präventivschlag. In dem darauf folgenden Gefecht, dass nur sechs Tage dauerte, konnte Israel seine territorialen Ansprüche erfolgreich durchsetzen und nahm neben dem Gazastreifen und der Halbinsel Sinai auch die Westbank und Golanhöhen ein. Die arabischen Truppen konnten während dieser Zeit enorm geschwächt werden und verzeichneten hohe Verluste, wohingegen die Israelis nur einen Bruchteil der Opfer zu beklagen hatten.

1973: Yom-Kippur-Krieg

Die von Israel eroberten Gebiete auf Sinai und den Golanhöhen wurden am jüdischen Yom-Kippur-Feiertag von einer ägyptisch-syrischen Militärunion überraschend angegriffen. Nach anfänglichen Erfolgen auf Seiten der Araber konnte Israel nach wenigen Tagen die Gebiete wieder zurückerobern und sogar den Suezkanal überqueren. Auch der Yom-Kippur-Krieg wurde letztlich durch politischen Druck aus den USA beendet. Im Zuge des Krieges hatten die arabischen Länder durch eine Verteuerung des exportierten Erdöls vor allem dem Israel freundlich gesonnenen Westen vor Augen geführt, dass die arabische Welt ein enormes Druckmittel parat hat. Die Folge dieser Verteuerung war eine wirtschaftliche Krise, die auf der ganzen Welt zu spüren war.

1982-1983: Libanonkrieg

In der Operation „Frieden für Galiläa“ marschierten israelische Truppen im Libanon ein. Der Auslöser für diese Invasion waren unter anderem Anschläge der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). Das Ziel Israels war vor allem die PLO aus dem Libanon zu vertreiben, was die Israelis letzten Endes auch erreichten.
Für die Invasion wurde Israel von internationaler Seite jedoch auch heftig kritisiert, da viele von einem Angriffskrieg sprachen.

1987-1993: Intifada

Die oft auch als „Krieg der Steine“ bezeichnete Intifada entstand in Gaza und dem Westjordanland, welche von Israel besetzt waren. Der Siedlungsbau wurde vorangetrieben und unter der palästinensischen Bevölkerung machte sich zunehmend Unmut breit. Ein Unfall, bei dem mehrere Palästinenser unter israelischer Beteiligung starben, brachte das Fass schließlich zum Überlaufen. Viele Jugendliche reagierten auf den Vorfall mit Straßenbarrikaden und Steinwürfen gegen israelische Militärfahrzeuge. Israel hingegen setzte sein sehr gut ausgerüstetes Militär gegen die Protestanten ein. Schließlich einigte man sich mit dem PLO-Führer Yassir Arafat im Oslo-Abkommen, welches den Palästinensern mehr Rechte zusprach.

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