Miguel de Cervantes – Lebenswerk & Werke (Spanien)

Lebenslauf

29.09.1547 In Alcalá de Henares als Sohn von Rodrigo de Cervantes und Dona Leonor geboren

9.10. 1547 getauft Sohn eines „Hidalgo“ (Edelmannes, Adligen) und bescheidenen Chirurgen
Über Kindheit und Jugend nicht Genaueres bekannt.

Studium in Madrid

1567 Sein erstes Bekanntes Werk: Sonett a la reina Isabel

1569 (Vielleicht auf der Flucht vor der Justiz) ging er nach Italien und arbeitete als Kammerdiener für den Kardinal J. Acquaviva in Rom. In Italien lernte er die italienische Sprache und Literatur kennen.

1570 Er wurde Soldat und ein Jahr später nahm er an der Schlacht von Lepanto gegen die Türken (Osmanen) teil. (Dabei verlor er seine linke Hand -> el manco de Lepanto

1575 Auf dem Seeweg nach Spanien wurde er von algerischen Piraten gefangen genommen.

1580 Freilassung aus der Gefangenschaft in dem er freigekauft wurde

1597 Zurück in Spanien arbeitete er unter anderem als Steuereintreiber. Auf Grund des Vorwurfes der Untreue musste er zwischenzeitlich in den Kerker.

1602 Erneut ein Gefängnisaufenthalt

1605-1608 längere Aufenthalte in Sevilla, Valladolid und schließlich Madrid
Er begann sein Schaffen als Lyriker und Dramatiker:
– In seinen Gedichten zunächst petrarkisierender Stil und anschließend Anwendung von traditionellen spanischen Lyrikformen (Romanzen oder Letrillas)
Einfluss seiner Biographie wird z.B. in dem Werk „Viaje del Parnaso“ (1614) deutlich. Die meisten seiner frühen dramatischen Werke sind verschollen (entstanden um 1585)
Als Theaterdichter insgesamt nicht so erfolgreich wie z.B. Lope de Vega oder Calderón de la Barca

1585 Erstes Erzählwerk „La Galatea“

1605 Veröffentlichung seines Hauptwerks „El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha“
Cervantes „Don Quijote“ repräsentiert den Höhepunkt des Siglo de Oro

23.04.1616 In Madrid gestorben

Heute wird der „Premio Miguel de Cervantes“ als der höchste spanische Literaturpreis vergeben

Werk – „El Ingenioso Hidalgo Don Quijote de La Mancha“

Allgemeines:
– bekanntestes und wichtigstes Werk von Miquel de Cervantes de Saavedra
– Zweiteiliger Roman:
– 1605 Veröffentlichung des ersten Teils mit 52 Kapiteln
– 1615 Veröffentlichung des zweiten Teils mit 74 Kapiteln
– Alonso Fernández de Avellaneda schreibt 1614 aufgrund des großen Erfolgs von Teil 1 eine Fortsetzung, die allerdings wenig populär wird
– Cervantes greift später in seiner Fortsetzung eine von Avellaneda in dessen Fortsetzung beschriebene Figur auf und kritisiert in Teil 2 die „falsche“ Fortsetzung Avellanedas
– 1637 werden beide Teile Cervantes´ in Madrid veröffentlicht
– gilt als erster moderner Roman
– das Werk gilt als eine Parodie auf die veröffentlichten Ritterromane des 17. Jahrhundert

Hauptfigur – Don Quijote de la Mancha:
– 50 Jahre alter kleiner Landadliger
– lebt in einem unbekannten Dorf in La Mancha
– begeisterter Leser von Ritterromanen
– beschließt, beeinflusst von der Lektüre der Ritterromane, selbst als Ritter zu Pferde durch das Land zu ziehen und Abenteuer zu erleben
– als Begleiter wählt er seinen Nachbarn Sancho Panza, den er zum Schildknappen macht
– benennt sich von Alonso Quijano el Bueno in Don Quijote de la Mancha um

Inhalt Teil 1:
– seine erste Reise führt Don Quijote sechs Tage lang durch La Mancha
– begleitet von Sancho Panza, seinem Pferd Rocinante, sowie einem Bauernmädchen, das er „Dulcinea de Toboso“ nennt
– seine zweite Reise dauert 30 Tage; dabei versucht er die Abenteuer zu erleben, die er in den Ritterromanen gelesen hat und dieses Verhalten in die Wirklichkeit zu übertragen
– letztlich kehrt er erschöpft in sein Heimatdorf zurück
Inhalt Teil 2:
– im zweiten Teil gehen Don Quijote und Sancho Panza wieder auf Reise und erleben weitere Abenteuer, u.a. beim Aragonischen Herzogspaar
– nach dem Aufenthalt in Aragonien kehren sie wieder in ihr Dorf zurück
– kurz vor seinem Tod erkennt Don Quijote seine wahre Identität und legt seine Wahnvorstellungen ab und stirbt nach kurzer Krankheit
– Cervantes konfrontiert in den Anfangs- und Schlusspassagen seinen Protagonisten direkt damit, dass er nun selbst eine Literaturfigur ist
– damit bezieht er sich auf die Veröffentlichung von Avellanedas Fortsetzung und grenzt er sich von dessen Werk ab

„Novelas Ejemplares“

– 1613 veröffentlichte Sammlung von 12 Novellen, verfasst zwischen 1590 und 1612
– Cervantes selbst sah sich als denjenigen, der die Gattung der Kurzgeschichte erstmalig in Spanien einführte
– die Novellen werden unterschieden in 2 Gruppen: die idealistischen und die realistischen
– die idealistischen Novellen reflektieren die Wirklichkeit und behandeln Ereignisse des Lebens und der Liebe; dazu gehören El amante liberal, Las dos doncellas, La española inglesa, La señora Cornelia, El casamiento engañoso y La fuerza de la sangre
– sie sind mit den italienischen Vorbildern von Boccaccio zu vergleichen
– die realistischen Novellen beschreiben und kritisieren Personen und Stimmungen und geben Moralvorstellungen ab; dazu gehören Rinconete y Cortadillo, El licenciado Vidriera, La Gitanilla, El coloquio de los perros, El celoso extremeño o La ilustre fregona
– Cervantes selbst legt aber den Wert seiner Novellen nicht auf die Moralfunktion, sondern auf den Unterhaltungswert für den Leser

Quellen

Literatur
– Karlinger, F., Andrés Antón, A. (1975): Spanische Literatur – Gestalten und Formen. Stuttgart
– Cervantes, Miguel de Saavedra: El Ingenioso Hidalgo Don Quijote de la Mancha
– Sliwa, K. (1999): Documentos de Miguel de Cervantes Saavedra. Pamplona
– Togeby, Knut: La estructura del Quijote. Sevilla (1977), Publicaciones de la Universidad de Sevilla.
– Weich, Horst: Don Quijote im Dialog. Passau (1989), Wissenschaftsverlag Richard Rothe

Internet
– http://www.literaturwissenschaft-online.uni-kiel.de/veranstaltungen/ringvorlesungen/romane_antike_19jh/Cervantes_DonQuijote.pdf (11.12.2007)
– http://www.uni-essen.de/einladung/Vorlesungen/lektuere/donquijote.htm (11.12.2007)

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