Technisch erzeugte Klangeffekte & Soundeffekte

Nach gängiger Meinung sind die Bestandteile der Musik: Rhythmus, Melodie und Harmonie. Dabei wird allerdings der Klang vergessen. Schließlich macht es einen erheblichen Unterschied, ob ein Musikstück beispielsweise auf einem Klavier oder einer Gitarre – oder womöglich sogar auf einer verzerrten E-Gitarre – intoniert wird.

Über den natürlichen Klang von Instrumenten hinaus, gibt es eine Vielzahl technisch erzeugter Klangeffekte, die in der Musikproduktion vor etwa 50 Jahren erstmals auftraten und heute gang und gäbe sind. Sie beeinflussen maßgeblich den Klangcharakter von Musikstücken und in welchen Stil man sie einordnet.

Die Erzeugung solcher Effekte erfolgt üblicherweise mithilfe eines eigenständigen Geräts, das den Klang entweder über einen Schaltkreis aus elektrischen Widerständen analog erzeugt oder mithilfe von Chip-Technologie digital berechnet. Inzwischen können fast alle Effekt ebenso auch auf dem Computer mithilfe von Software erzeugt werden.

Einige der bekanntesten Klangeffekte:

Verzerrung ist grundsätzlich eine Übersteuerung des Signals. Der Effekt wurde entdeckt, als die ersten Gitarrenverstärker nach langer Benutzung einen warmen dreckigen Klang bekamen. Diesen Klang simulierte man mit extra dafür gebauten Distortion-, Fuzz- und Overdrive-Effekten.
Hörbeispiel: So ziemlich jeder Punk- oder Metal-Song

Delays erzeugen ähnlich wie ein Echo eine Verzögerung und zusätzlich Wiederholungen des Signals. In vielfältigen Variationen geht das mithilfe einer elektronischen Schaltung, eines digitalen Algorithmus oder eines Tonbandgeräts.
Hörbeispiel: „One of these Days“ von Pink Floyd

Die Talkbox ist ein Effekt vor allem für die Gitarre, bei dem ein kleiner Schlauch das Signal erst in den Mundraum des Musikers und von dort in einen Verstärker leitet. Durch Bewegen der Zunge und der Wangen kann so der Ton geformt werden, dass er ähnlich klingt wie eine menschliche Stimme.
Hörbeispiel: „It’s my life“ von Bon Jovi

Beim Tremolo wird in immer gleichen kurzen Zeitabständen die Lautstärke des musikalischen Signals beeinflusst, sodass es wie ein Zittern klingt.
Hörbeispiel: „Boulevard of Broken Dreams“ von Green Day

Das Wah-wah klingt wie es heißt und ist meistens ein Pedal, das auf dem Boden steht. Wenn Gitarristen es mit dem Fuß auf- und abbewegen entsteht der typische Klang.
Hörbeispiel: „Voodoo Child (slight return)“ von Jimi Hendrix

Auto-Tune war ursprünglich ein Computerprogramm, um damit unsauberen Gesang oder Melodien in einer falschen Tonlage nachträglich auszubessern. Als Stimm-Effekt genutzt, klingt es wie ein künstliches Vibrato und ist sehr oft in den Charts zu hören.
Hörbeispiel: „Believe“ von Cher

Der Wobble Bass ist ein stilbildendes Element im Dubstep. Er klingt wie sein Name und wird meistens mithilfe des Low Frequency Oscillators eines Synthesizers* erzeugt.
Hörbeispiel: So ziemlich jeder Dubstep-Track

*Nachbemerkung:
Synthesizer sind stark vereinfachend gesagt so etwas wie hochkomplexe Keyboards, bei denen man Klänge auf verschiedenste Weise verändern und modulieren kann. Durch technische Bausteine wie Ringmodulator oder Resonanzfilter können sie einige der genannten und noch viele weitere Effekte abbilden.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (12 Bewertungen, Durchschnitt: 4,50 von 5)
Loading...
Noch mehr lernen: