Was sind Klangfarben? Definition & Erklärung

Was sind Klangfarben?

Aufgrund der Klangfarbe klingt ein Instrument oder eine Stimme, so wie sie klingt: einzigartig! Denn jede Stimme ist anders und auch jedes akustische Instrument hat – ganz genau betrachtet – einen individuellen Klang. Zum Beispiel bei Geigen, wie sie Antonio Giacomo Stradivari (1644-1737) baute, macht das einen hörbaren und geldwerten Unterschied.

Um die Klangfarbe von Tönen zu erklären, hilft erst einmal ein Blick darauf, wovon sie sich klar unterscheiden: Sinustöne, wie man sie aus dem Physik-Unterricht von der Darstellung auf dem Oszilloskop kennt. Sie haben eine gleichförmige, sich wiederholende Schwingung. Sie sind so etwas wie „Idealtöne“, die zwar durch mathematische Sinus- oder Kosinus-Funktionen beschrieben werden können, jedoch eigentlich gar nicht hörbar sind. So etwa sieht das aus:

klangfarben

Mit „echten“, hörbaren Tönen verhält sich das völlig anders. Denn man hört immer mehr als nur die Schwingung eines Tons. Ebenso wichtig sind dabei seine Obertöne, in welchen Frequenzbereichen sie schwingen und wie lange sie anhalten. Deshalb spricht man hier von der Klangfarbe.

Obertöne und wo sie herkommen

Wenn zum Beispiel die Seite eines Klaviers angeschlagen wird, klingen zu dem angeschlagenen Ton immer noch weitere Obertöne mit (auch Teiltöne oder Partialtöne genannt). So schwingen beispielsweise bei einem C gemäß der Obertonreihe immer noch das C eine Oktave höher, ein G, das C noch eine Oktave höher, ein E und viele, viele weitere Obertöne mit.

Dabei beeinflusst das Schwingverhalten der Seite und des Schallkörpers maßgeblich den Klang und die Länge des Tons und sogenannte Rauschanteile werden beigemischt – das sind komplexe nicht-harmonische Schallereignisse, wie sie in der Natur alltäglich sind, aber theoretisch kaum beschrieben werden können, ähnlich wie Geräusche.

Übrigens: Menschliche Stimmen haben die komplexeste Oberton-Zusammensetzung überhaupt.

Dynamisches Spiel

Über diese Grundbeschaffenheiten von Instrumenten hinaus, gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Phänomen der Obertöne musikalisch zu nutzen. So klingt ein laut und aggressiv gespieltes Klavier völlig anders als ein sanft und leise angeschlagenes. Auf Saiteninstrumenten kann man durch bloßes Auflegen der Finger an bestimmten Stelle oder durch spezielle Techniken sogenannte Flageolett-Töne erzeugen, die sehr hoch „klingeln“. Auf Blasinstrumenten wie dem Saxofon lassen sich durch „Überblasen“ gezielt bestimmte Obertöne erzeugen. In den traditionellen Kehlkopfgesängen in Ländern wie der Mongolei oder Tibet wird das Obertonspektrum der menschlichen Stimme durch spezielle Gesangstechniken sogar noch erweitert.

Das sind zwar extreme Beispiele, doch auch ganz generell gilt eine gute Klangfarbe, die durch gekonnte Tonbildung erreicht wird, in der Musik als besonderes Qualitätskriterium.

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