Sonderpädagogik Definition – Behinderung, Störung, Gefährdung

Unter Sonderpädagogik versteht man die Theorie und Praxis der Erziehung bei vorliegenden Beeinträchtigungen. Ziel ist eine optimale Persönlichkeitsentwicklung und Sozialisation. Die Zu-Erziehenden sollen von der Fremdhilfe zur größtmöglichen Selbsthilfe und Mündigkeit gelangen.

Beeinträchtigung: Wenn die Entwicklung eines Menschen (körperlich, geistig, emotional) erschwert ist, spricht man von Beeinträchtigung. Darunter fallen Behinderungen, Störungen, Gefährdungen. Hierbei werden verschiedene Ausprägungsgrade von Beeinträchtigungen unterschieden. Außerdem werden Beeinträchtigungen nach einem bestimmten Schweregrad, nach dem Umfang und der Dauer unterschieden. Beeinträchtigungen umfassen alle Formen und alle Altersstufen.

Behinderungen (massive Beeinträchtigung)

  • umfänglich (sie treten in vielen Verhaltensbereichen in Erscheinung: privat, schulisch, beruflich, öffentlich usw.)
  • schwer (sie weichen stark von den Regelgegebenheiten ab)
  • langfristig (sie gehen nicht in kürzerer Zeit zurück bzw. können nicht behoben werden)

Formen: Blindheit, Sehbehinderung, Gehörlosigkeit, Hörbehinderung, geistige Behinderung, Lernbehinderung, Körperbehinderung, Sprachbehinderung, Verhaltensbehinderung.

Störungen

  • partiell (nur eine oder wenige Verhaltensweisen sind beeinträchtigt)
  • weniger schwer (weichen nicht erheblich vom Regelbereich ab)
  • kurzfristig (sind in absehbarer Zeit zu beheben)

Formen: Lernstörungen, Verhaltensstörungen, Sprachstörungen.

Gefährdungen

Als Gefährdung bzw. „Bedrohtsein“ versteht man eine somatische, ökonomische oder soziale Beeinträchtigung, die unter Umständen eine Behinderung oder Störung auslöst bzw. verstärkt. Erschwerende Bedingungen können als Gefährdung für die Entwicklung eines Menschen gelten:

  • Somatische (körperliche) Bedingungen: Schwangerschafts- und Geburtsunregelmäßigkeiten („Risikokinder“), Erkrankungen in der Säuglingszeit usw.
  • Umweltbedingungen: Längerer Aufenthalt im Säuglingsheim bzw. im Krankenhaus, unzureichendes Wohnumfeld, schlechte Schulverhältnisse usw.
  • Soziale Bedingungen: Isolierung durch häufigen Wohnortwechsel, negative Gruppeneinflüsse usw.
  • Familiäre Gegebenheiten: Schlechte ökonomische Verhältnisse, längere Erkrankungen der Eltern, Arbeitsüberlastung der Eltern, Schwachsinn bzw. Alkoholismus oder Rauschgiftsucht der Eltern, Spracharmut oder zerrüttete Ehe der Eltern usw.
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