Arten der Unternehmensgründung

Im Bereich Art der Unternehmensgründung soll wieder auf drei wesentliche Merkmale eingegangen werden. Zunächst auf die Frage, ob es einen alleinigen Unternehmensgründer gibt oder ob die TOU einer Teamgründung unterliegt. Des Weiteren soll die Standortfrage geklärt werden, sowie die Einstellung des ehemaligen Arbeitsgebers zur Gründung.

Eine allgemein möglicherweise verbreitete Annahme mag sein, dass ein auf sich allein gestellter Unternehmensgründer beim Aufbau des Unternehmens mit Problemen zu kämpfen habe und aufgrund der Alleinstellung überfordert sei. Dies sei zurückzuführen auf die vielseitigen Anforderungen an einen Unternehmensgründer, der sowohl ein breit gefächertes technisches Wissen als auch im Managementbereich einiges Wissen haben muss. Da dies in auf eine einzelne Person eher selten zutrifft, besteht die Vermutung, dass TOU durch Teamgründungen entstehen, bei denen sich die verschiedenen Qualifikationen der Gründerpersonen ergänzen können. Die Ergebnisse waren dementsprechend und wiesen aus, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen durch ein Team gegründet wurden. Jedoch ist nicht belegt, ob die verschiedenen Unternehmensgründer auch tatsächlich unterschiedliche Qualifikationen mit in die TOU eingebracht haben.

In Punkt 2.6 wird noch genauer auf die Standortwahl der einzelnen Unternehmen eingegangen. Bei der Art der Gründung spielt zunächst nur die regionale Herkunft der Unternehmer eine Rolle, beziehungsweise die Region, in der die neuen Gründer zuletzt beschäftigt waren. Dabei zeigt sich, dass „die Hälfte der Gründer […] aus der gleichen Region [kommt], in der auch das jetzige Unternehmen (und das TGZ) angesiedelt ist. […] [Es] existieren weder regionale (Nord-Süd) noch stadtgrößenbezogene- oder regional-politische Abweichungen nennenswerter Größenordnung.“ (STERNBERG 1988, S.166)

Letztes Merkmal soll die Einstellung des ehemaligen Arbeitgebers gegenüber der Neugründung eines Unternehmens seines ehemaligen Mitarbeiters sein. Verständlicherweise geben rund 20% der ehemaligen Arbeitgeber an, eine negative Einstellung gegenüber der Selbstständigkeit des ehemaligen Mitarbeiters zu haben. Verständlich deshalb, da ein vielleicht nur schwer ersetzbarer Mitarbeiter den Betrieb verlassen hat. Dem entgegnen aber mehr als 35% der Arbeitgeber eine positive Einstellung. Ein weiteres signifikantes Ergebnis ist, dass hinsichtlich der Förderung und Unterstützung durch den ehemaligen Arbeitgeber ein Unterschied besteht, zwischen universitären Einrichtungen und Privatunternehmen. „Während nur 5% der universitären Arbeitgeber einem Wechsel […] negativ gegenüberstehen, liegt dieser Wert für Privatunternehmen bei 30,7%. […] nur 13,6 der Gründer aus Privatunternehmen [erhielten] aktive Unterstützung.“ (STERNBERG 1988, S. 167f)

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