SPD Geschichte kurz – Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Stand: Sommer 2006

Grundlegendes

  • Die SPD ist neben der CDU eine der beiden großen Volksparteien in Deutschland
  • Zudem ist die SPD die am längsten bestehende Partei Deutschlands
  • Aktuell stellt die Partei acht Bundesminister, darunter auch der Minister für Arbeit u. Soziales, Franz Müntefering, der gleichzeitig Vizekanzler im Kabinett von Kanzlerin Merkel ist
  • Bundesvorsitzender der SPD ist Kurt Beck, der zudem noch rheinland pfälzischer Ministerpräsident ist
  • Die Parteifarben sind Rot und Weiß, wobei Rot die Hauptfarbe ist

Politisches Profil

  • Aktuelles Parteiprogramm: „Berliner Programm“ (1989) – neues Programm soll 2007 verabschiedet werden
  • Galt lange Zeit als Arbeiterpartei – seit 1959 Volkspartei
  • „Soziale Gerechtigkeit“ als einer der Leitfäden
  • Gesellschaftspolitisch tritt SPD für Bürgerrechte, Öffnung der Gesellschaft u. Bürgerbeteiligung ein, daher auch der Wahlspruch: „Freiheit, Gleichheit und Solidarität“
  • Außenpolitisch verfolgt Partei die Ziele der Friedenssicherung durch Interessenausgleich und der Erweiterung der Europäischen Einigung
SPD Geschichte kurz - Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Logo der SPD - Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Aufgaben:

  • Wirtschaft stärken
  • Erträge fair verteilen
  • faire Finanzpolitik

Ziele

  • Wohlstand der Gesamtbevölkerung sichern
  • zukünftige Generationen sollen nicht unter heutigen politischen Entscheidungen zu leiden haben

Interne Gruppierungen und Richtungen

  • Innerhalb der Partei verschiedene Gruppierungen
  • Unterteilung in eher linke u. gemäßigt konservative Sozialdemokraten
  • Haben zwar selbe Grundgedanken jedoch differenzierte Ausrichtungen
  • Konservative gehen Reformkurs vorbehaltlos mit – Linke kämpfen für linkes Profil der Partei
  • Linke: „Forum Demokratische Linke 21“ u. „Parlamentarische Linke“
  • Konservative: „Seeheimer Kreis“ u. „Nürnberger Mitte“
  • Seit 1998 „Netwerk Berlin“: richtet sich gegen diese traditionellen Gruppierungen, möchte Einheit

Wichtigste Reformen

  • Agenda 2010 (Konzept von SPD u. B90/Grüne (2005) zur Reformierung des Arbeitsmarktes u. des deutschen sozial Systems)

Ziele:

  • wirtschaftliches Wachstum > höhere Beschäftigung
  • Senkung der Lohnnebenkosten > Einstellungsanreiz
  • Reichensteuer: Ab einer Einkunft von 250.000€ für Ledige u. 500.000€ für Verheiratete muss ein um 3% höherer Spitzensteuersatz gezahlt werden (45%)

Die Bundeskanzler

Die SPD stellte in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland drei mal den Bundeskanzler
I. Willy Brandt (1969-1974)
II. Helmut Schmidt (1974-1982)
III. Gerhard Schröder (1998-2005)

Innere Struktur

Mitglieder: 567.925 (1. Oktober 2006 )

  • mitgliedsstärkste Volkspartei BRD
  • 43% über 60
  • ca. 2/3 männlich

Gleichstellung: seit 1988 Geschlechterquote (alle Ämter u. Mandate müssen zu mind. 40% von beiden Geschlechtern besetzt sein > vornehmlich Frauenquote)

Wähler- u. Mitgliederkonzentration: Großstädte (Bremen, Hannover)
u. gesamtes Ruhrgebiet

höchstes Entscheidungsgremium: Bundesparteitag

Medienbeteiligungen: als einzige Partei, Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG) = Parteieigentum

Geschichte

ein exaktes Gründungsdatum; Partei beruft sich auf Gründung des „Allgemeinen Deutschen Arbeiter Vereins“
(ADAV) am 23.Mai 1863 in Leipzig

oftmals 27. Mai 1875 als eigentliches Gründungsdatum genannt [Zusammenschluss von ADAV u. Sozialdemokratischer Arbeiterpartei (SDAP) zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) ]

seit 1890: „Sozialdemokratische Partei Deutschlands“ (SPD)

frühe SPD wie alle vergleichb. Parteien am Marxismus ausgerichtet, stand Gewerkschaften nahe

Ende 19./Anfang 20. Jhd. durch Revisionismustheorie von Eduard Bernstein verändert lange Zeit unterdrückt u. verfolgt, vor allem unter Reichskanzlerschaft Otto von Bismarcks (Sozialistengesetz) > starke Parteistruktur, hohe Effizienz

In dieser Zeit schlossen sich Arbeiter der Partei an > bald mitgliedsst. Partei >mehr Einfluss im Reichstag >
1890(27,2%), 1912(34,8%>stärkste Fraktion)

SPD-Reichtagsfraktion stimmte bei Ausbruch d. Ersten Weltkriegs Gewährung von Kriegskrediten zu, zunehmend kriegsbilligende Haltung > Spaltung in „Unabhängige SPD“ (USPD) und „Mehrheitssozialdemokratische Partei Deutschlands“ (MSPD) und deren linken Flügel „Spartakusbund“

zunächst wiederholter Zusammenschluss zum „Rat der Volksbeauftragten“ – jedoch Ende 1918 erneutes Scheitern

Aufstände folgten> MSPD, nun allein regierend, ließ diese blutig niederschlagen> endgültige Trennung durch Gründung der „Kommunistischen Partei Deutschlands“ (KPD) am 1.1.1919

Weimarer Republik 1919-1933

  • während W.R. stellte SPD den Reichspräsidenten Friedrich Ebert (1919-1925), war in allen Reichsregierungen vertreten
  • 1922: Wiedervereinigung mit USPD> nur noch wenig Beteiligung an Reichsregierung
  • 1920-1932: Otto Braun als Preußischer Ministerpräsident
  • konnte Aufstieg der NSDAP aufgrund Differenzen mit KPD nicht verhindern
  • durch Zwangsauflösung in Preußen nicht genügend Stimmen um Naziregime aufzuhalten
  • Nach Beschlagnahmung d. Parteieinrichtung u. Flucht großer Teile d. Vorstands wurde Rumpfgruppe gezwungen für Außenpolitik Hitlers zu stimmen
  • 21. Juni 1933 Betätigungsverbot – 14. Juli komplettes Verbot

Nazi Zeit – Zweiter Weltkrieg -Nachkriegszeit

  • Sozialdemokraten wurden verfolgt > Konzentrationslager
  • ehem. Mitglieder gründeten illegale Untergrund Parteien > wollten Widerstand leisten> waren maßgeblich an Aufstandsversuch 20.07.1944 beteiligt
  • 15. Juni 1945: Wideraufbau d, Partei durch Gründung d. Zentralausschusses in Berlin u. örtlicher Initiativen
  • 21. April 1946: Zwangsvereinigung SPD und KPD in der SBZ zur SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands)
  • 9. bis 11. Mai 1946 : Gründung einer auf Westzone beschränkten Partei> SPD

1949-1966

  • Knappe Niederlage bei ersten Wahlen der BRD 1949 >Opposition
  • Im Gegensatz zu CDU/CSU wollte SPD keine zu starke Bindung an Westen sondern Wiedervereinigung
  • Niederlagen bei Wahlen 1953 u. 1957 Befürwortung der Westbindung und neuer Kanzlerkandidat Willy Brandt

1966-1969

  • Große Koalition 66-69
  • SPD stellt erstmals nach Kriegsende Regierungsmitglieder
  • Willy Brandt ist Außenminister

1969-1982

  • Gewinn der Wahl 1969
  • Koalition mit FDP – Willy Brandt als Kanzler
  • 1974 Rücktritt Brandts als Folge der Guillaume-Affäre
  • 1974 übernimmt Schmidt Kanzleramt von Brandt als zweiter SPD Kanzler, wird 1976 durch Wahl bestätigt
  • Schmidt reformierte Rechts- Bildungs- und Familienpolitik, Ostfreundliche Politik
  • Aufgrund d. Ostverträge wechseln zahlreiche Mitglieder zur Opposition, folgendes Mistrauensvotum scheitert
  • 1982: FDP kündigt Koalition aufgrund steigender Arbeitslosenzahlen u. gebrochen Geschlossenheit der SPD Fraktion

1982-1998

  • große Teile d. FDP stellen Misstrauensvotum gegen Schmidt u. wählen Helmut Kohl zum neuen Kanzler
  • Niederlagen bei Wahlen 1983 (Hans-Jochen Vogel) u. 1987 (Johannes Rau) > Opposition
  • 26/27.09.1990: Wiedervereinigung SPD u. SDP (Sozialdemokratische Partei der DDR)
  • Niederlagen bei Wahlen 1990 (Oskar Lafontaine) u. 1994 (Rudolf Scharping)

1998-2005

  • 1998 Koalition mit B90/Grüne unter Bundeskanzler Gerhard Schröder
  • 2002 Schröder mit knapper Mehrheit gegenüber Edmond Stoiber
  • Mitgliederschwund nimmt zu (Agenda 2010) > niedrigstes Ergebnis seit bestehen der BRD bei Europawahl am 13. Juni 2004 (21,5%)
  • Abspaltung der Linken WASG (Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit ) unter späterer Führung Oskar Lafontaines

2005 bis heute

  • SPD fordert Neuwahlen> knappe Niederlage
  • Große Koalition mit CDU/CSU unter Kanzlerin Angela Merkel
  • SPD stellt acht der 15 Minister der Regierung
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