Die Geschichte der Atombombe

Die Atombombe zählt zu den mächtigsten Waffen, die je von Menschenhand erschaffen wurde. Die Entwicklung hat die gesamte Kriegsführung revolutioniert und ist noch heute ein wichtiger Faktor bei weltpolitischen Entscheidungen.

Die Kernphysik machte in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg beachtliche Fortschritte. Einem Team um den deutschen Physiker Otto Hahn gelang bereits 1938 die erste Kernspaltung. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs blickten die Alliierten beunruhigt auf diesen Erfolg der deutschen Kernphysiker. Später verfasste der bekannte Physiker Albert Einstein einen Brief an den damaligen amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt, in dem er die Regierung vor den Gefahren einer deutschen Atomwaffe warnte. Unter anderem wegen Einsteins Brief beschloss die Regierung ein eigenes Atomprogramm zu starten, das den Codenamen „Manhattan Project“ trug.

Das Manhattan Project

Das Manhattan Project beschreibt alle Forschungen und Tests, die die Entwicklung einer amerikanischen Atombombe betreffen. Das Projekt wurde im Jahr 1942 in der Wüstenregion Los Alamos in den USA gestartet. Unter der Leitung des deutschstämmigen Physikers Robert Oppenheimer forschten Tausende Wissenschaftler an den wichtigsten Problemen, die zum Bau einer Atombombe gelöst werden mussten.

Im Juli 1945, kurz vor dem Bombenabwurf über Japan, wurde die erste Atombombe in der Wüste in New Mexico gezündet. Die Operation hatte den Codenamen „Trinity“, was die englische Bezeichnung für die Dreifaltigkeit ist und hatte eine Sprengkraft von ca. 20.000 Tonnen TNT.

Abwürfe über Hiroshima und Nagasaki

Nach dem japanischen Bombenabwurf im Jahr 1941 auf die amerikanische Militärbasis „Pearl Harbor“ auf Hawaii hatte die USA dem Kaiserreich Japan den Krieg erklärt. Die entwickelten Atombomben konnten 1945 nicht mehr gegen Deutschland verwendet werden, welches bereits kapituliert hatte. Um auch Japan möglichst bald zur Kapitulation zu bringen, ordnete der damalige amerikanische Präsident Truman den Einsatz von Kernwaffen gegen Japan an. Schließlich wurde am 6. August 1945 die Atombombe „Little Boy“ über der japanischen Stadt Hiroshima abgeworfen. Die entstandenen Schäden waren enorm: Fast alle Häuser der japanischen Stadt wurden beschädigt oder zerstört und ca. 70.000 Menschen verloren sofort ihr Leben.

Drei Tage nach Hiroshima wurde die zweite Atombombe mit dem Namen „Fat Man“ über Nagasaki abgeworfen. Diese Bombe tötete knapp 25.000 Menschen.

Nur wenige Tage darauf, am 15. August 1945 gab der japanische Kaiser die Kapitulation bekannt. Noch Jahre nach den Abwürfen musste man in Japan Fehlgeburten und Missbildungen beklagen, die auf die Strahlungsschäden der Atomexplosion zurückzuführen sind.

Heutige Atommächte

Auch heutzutage zählen nach wie vor Russland und die USA mit einem Bestand von jeweils ca. 5.000 Kernwaffen zu den größten Atommächten. In Europa sind Frankreich und Großbritannien Atommächte, im asiatischen Raum ist China die einzige offizielle nukleare Macht. Allerdings zählen im asiatischen Raum auch andere Länder zu den Atommächten, die zwar offiziell keine Atomwaffen besitzen, allerdings durch eigene Aussagen oder Schätzungen sehr wahrscheinlich Kernwaffen besitzen. Zu diesen sogenannten faktischen Atommächten zählen beispielsweise Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea. Beim pakistanischen Atomprogramm hat man eng mit anderen arabischen Ländern, wie etwa Saudi-Arabien, Libyen und dem Irak zusammengearbeitet.

Seit dem Ende des Kalten Krieges um 1990 sind vor allem die Atomwaffenbestände von Russland und den USA extrem geschrumpft. Von geschätzten 65.000 Atomsprengköpfen wurden ca. 80% Prozent vernichtet, sodass heute lediglich ein Bestand von ungefähr 12.000 Atomsprengköpfen übrig bleibt.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (4 Bewertungen, Durchschnitt: 4,75 von 5)
Loading...
Weitere Themen: