Instrumente der Rock- und Popmusik

Etwa seit Entstehung des Rock’n’Roll in den 1950er-Jahren spricht man von Populärmusik, weil er eine breite Hörerschaft erreichte, wie keine andere Musik zuvor. Zum einen weil mit ihm erstmals eine aufbegehrende Jugendkultur einherging, zum anderen weil er von einer schnell wachsenden Musikindustrie produziert und vermarktet wurde.
Seitdem erfindet sich die Rock-/Popmusik laufend mit immer wieder anderen Stilen selbst neu. Die Instrumente sind dabei weitgehend die gleichen. Da hilft es, wenn man benennen kann, was man eigentlich gerade hört:

Die menschliche Stimme ist zwar kein Instrument, doch sie darf hier auf keinen Fall fehlen. Denn ein markanter Text und eine Strophen-Refrain-Struktur sind entscheidende Merkmale der Rock- und Popmusik. Dadurch wird sie erst so eingängig und liefert Hörern Wiedererkennungswert. Der Gesang übernimmt dabei – alleine oder zu mehreren – die führende Melodie. Darüber hinaus kann „Background“-Gesang das Ganze mehrstimmig und mit extra Volumen unterstützen.

Die Rhythmusgruppe

Das im Sitzen gespielte Schlagzeug (bestehend aus Basedrum, Snare sowie verschiedenen Kesseln und Becken), wie wir es heute kennen, gibt es erst seit etwa 1890. Damals kombinierten die ersten Jazz-Musiker Trommelteile miteinander, die vorher von mehreren marschierenden „Marching Band“-Musikern gespielt wurden. Seither ist ein treibender Beat in der Rock- und Popmusik essenziell und kann alleine schon ausreichen, dass ein Song erkannt wird. Zur Unterstützung der Drums sind zudem vielfältig klingende Percussions nicht unüblich.

Der elektrisch verstärkte E-Bass wurde erstmals um 1935 entwickelt und stammt vom unverstärkten, rein akustischen Kontrabass ab. Mit verschiedenen Spieltechniken und Klangeigenschaften macht er prinzipiell dasselbe wie sein Vorläufer, nur eben lauter: Er legt mit tiefen (Grund-)Tönen ein rhythmisches Fundament für die restliche Musik.

Melodie- und Harmonie-Instrumente

Die folgenden beiden Instrumente können sowohl Teil der Rhythmusgruppe sein – und zwar dann, wenn sie die Begleitung mit Akkorden übernehmen –, ebenso können sie aber auch das Melodiespiel übernehmen:

Die Gitarre – akustisch oder elektrisch verstärkt – ist fast schon DAS typische Instrument im Rock und Pop. Sicher auch, weil man sie gut transportieren und mit ihr alleine schon tolle Songs spielen kann.

Das klassische Klavier ist zwar etwas unhandlicher, aber mit seinem deutlich weiteren Tonumfang ein mindestens ebenso flexibler Alleskönner wie die Gitarre. Von ihm leiten sich verschiedene elektrisch verstärkte Instrumente ab, zum Beispiel: Hammond-Orgel (1935), Fender Rhodes-Piano (1965) oder Synthesizer (analog: 1964, digital: 1983).

Bläser

Blasinstrumente spielen im Rock und Pop oft Melodien und Solos, denn sie können in ihrem begrenzten Tonumfang alleine immer nur einen Ton, also keine Akkorde spielen. Zusammen im mehrstimmigen Bläsersatz hingegen geht das, dann verleihen sie der Musik rhythmische Akzente und harmonische Spannung. Die wichtigsten Blasinstrumente sind Saxophon(in den Tonlagen Sopran, Alt, Tenor, Bariton), Trompete und Posaune.

„Exotische“ und „moderne“ Instrumente

Grundsätzlich geht im Rock und Pop eigentlich alles. So begegnet man hier regelmäßig auch eher untypischen Instrumenten wie Cello, Dudelsack, Mundharmonika, Ukulele, Querflöte, Xylophon und vielen anderen mehr.
Eine besondere Erwähnung wert ist der Plattenspieler, der mit der Hip-Hop-Kultur der 1970er-/80er-Jahre und der Entwicklung der Sample-Technik überhaupt erst zu einem Instrument wurde. Dabei werden Bruchstücke aus bestehender Musik entnommen und, zum Teil manipuliert, in einem anderen Zusammenhang verwendet.

In Zeiten moderner Technologie können alle diese Sounds natürlich auch vom Computer erzeugt und weiter verändert werden. Dabei den natürlichen Klang von Instrumenten und die Feinheiten menschlichen Spiels perfekt zu kopieren, ist jedoch noch nicht gelungen.

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