Fischereiwirtschaft Definition – Fischerei am beispiel Großbritanniens

Mit der Fischerei selbst werden die Wirtschaftszweige bezeichnet, die sich mit dem Fangen und Züchten von Fischen und anderen Wassertieren zur Nahrungsgewinnung und Weiterverarbeitung beschäftigen. Die Fischerei zählt zum primären Wirtschaftssektor, zu dem auch die Landwirtschaft und der Bergbau gehören (vgl. Portal Fischerei 2010, o. S.). Großbritannien ist aufgrund seiner zahlreichen Küstenregionen eines der bedeutendsten Fischereiländer Europas. So stand der Fischfang 1993 mit einer Ausladungsmenge von rund 858.000 t Fisch in Europa an fünfter Stelle (nach Norwegen, Island, Dänemark und Spanien), weltweit gesehen belegt Großbritannien jedoch nur den 23. Rang. Mit dem Fang sind im Vereinigten Königreich 11.000 Fischer und in der fischverarbeitenden Industrie, mit ihren 290 Betrieben, weitere 20.000 Personen beschäftigt. Von großer Bedeutung ist ebenfalls der spezialisierte Fischfang, der 3.000 fishmongers (Fischhändler) sowie deren 7.000 Beschäftigten einen Arbeitsplatz sichert. Davon abgesehen wird jedoch der größere Teil des Fisches in Supermärkten verkauft, in Restaurants angeboten oder als „take away“-Form in fish and chip shops an den Kunden gebracht (vgl. Heineberg 1997, S. 138f.).

Fischereiwirtschaft Definition Fischerei am beispiel Großbritanniens

Fischereiwirtschaft Definition Fischerei am beispiel Großbritanniens - Rolf Handke / pixelio.de

Wie die Landwirtschaft, so unterliegt auch die britische Fischerei der GAP. Deren ökonomisches und ökologisches Ziel ist es, durch Schutz und verantwortungsvolles Management, eine nachhaltige Ausbeutung der Fischbestände zu ermöglichen. Dazu tragen die Festsetzung von Fischmindestgrößen sowie das Sperren von Fanggründen oder das Verbot technischer Entwicklungen, die ein selektives Fischen erlaubt, bei. Dies hatte zur Folge, dass sich die britische Fangflotte von 1994 bis 2003 um 34,6% auf 6.735 Schiffe verringerte. Im gleichen Zeitraum sank die Zahl der Fischer um 56,9% auf 11.774 (vgl. Wehling 2007, S.
163).

Quellen – Literatur:
BOWLER, Ian (1982): Agriculture.- In: MATTHEWS, Hugh/ GARDINER, Vince (Hrsg.):
The Changing Geography of the United Kingdom. London.

HEINEBERG, Heinz (1997): Großbritannien. Raumstrukturen, Entwicklungsprozesse,
Raumplanung (Perthes Länderprofile), 2. völlige Neubearbeitung, Gotha.

JÄGER, Helmut (1976): Großbritannien (WBG-Länderkunden), Darmstadt.

WEHLING, Hans-Werner (2007): Großbritannien (WBG-Länderkunden), Darmstadt.

Internetquellen:
BUNDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG (2010): Lexikon.
http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=UB3UJC (11.06.2010).

DEPARTMENT FOR ENVIRONMENT, FOOD AND RURAL AFFAIRS (2010): Farm
management. http://www.defra.gov.uk/evidence/statistics/foodfarm/farmmanage/index.htm
(13.06.2010).

HULL FORWARD (2010): Ports & Logistics.
http://www.hull.co.uk/template01.asp?pageid=158 (13.06.2010).

PORTAL-FISCHEREI (2010): Die Gemeinsame Fischereipolitik. http://www.portal-fischerei.de/index.php?id=1266 (08.06.2010).

SPIEGEL ONLINE (2010): Ausgebeutete Meere. Britische Gewässer nahezu leergefischt.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,693002,00.html (07.06.2010).

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