Metropolregion Definition – Metropole

Der Begriff „Metropolregion“ ist in Deutschland noch relativ neu. Erstmals 1995 erhielt der Begriff durch den Raumordnungspolitischen Handlungsrahmen eine stärkere Aufmerksamkeit (vgl. Blotevogel 2005, S. 642). „Metropolregionen“ werden in Europa meist synonym mit „Großstadtregionen“ und „Ballungsgebieten“ verwendet. Während sich im deutschen Sprachraum der Ausdruck „Metropolregionen“ weitestgehend durchgesetzt hat, wird im Englischen sowohl von „metropolitan areas“ als auch von „metropolitan regions“ gesprochen.

Metropolregion Definition - Metropole

Metropolregion Definition - Metropole - rafiki / pixelio.de

In Frankreich hingegen werden die Begriffe „aires métropoitaines“ und „zones métropolitaines“ verwendet. Bei der deutschen Debatte um die Metropolregionen geht es nicht einheitlich um die großen Metropolen, die Weltstädte oder „Global Cities“. „Metropolitan“ wird in Anlehnung an den englischen und französischen Sprachgebrauch gleichbedeutend mit stadtregional- oder ballungsraumbezogen verstanden (vgl. BBR 2008).

Definition nach Größe und Abgrenzung

Weltweit gibt es keine einheitliche Definition nach Einwohnerzahl und/oder Fläche, nach eine Metropolen oder Metropolregionen bestimmt sind. Europaweit scheint sich jedoch zunehmendes ein Grundverständnis zu entwickeln. Demnach sind Metropolregionen „funktional verflochtene Ballungsgebiete, die als Wachstumszentren von europaweiter Bedeutung eingestuft werden und in denen sich hochwertige tertiäre Funktionen konzentrieren“ (BBR 2008). Die Einwohnerzahl im Stadtkern beträgt ca. 500.000 Einwohner (in Frankreich: 200.000) und für die gesamte Metropolregion etwa 1 bis 1,5 Millionen (vgl. Blotevogel 2005, S. 644). Resultierend aus diesen groben Größenabschätzungen werden in der EU etwa 80 Räume als Metropolregionen aufgelistet.

Die Flächenbestimmung einer Metropolregion ist weitaus schwieriger anzugeben. Zur genaueren Abgrenzung werden die Austauschbeziehungen zwischen einem Stadtzentrum und dessen Umland herangezogen. Liegt demzufolge eine starke Verflechtung vor, so ist das betreffende Umland Teil dieses Stadtzentrums und somit auch Teil der Metropolregion. Diese Auslegung ist daher sinnvoll gewählt, da sich die Verflechtungen im Laufe der Jahre in das entferntere Umland ausdehnen können. Weiterhin werden sich aufgabenbezogene Austauschbeziehungen innerhalb der Metropolregion weiterentwickeln und verändern (vgl. Ritter 2002, S. 371). Eine eindeutige und einheitliche Definition der Fläche gibt es, wie auch bei der Größenbestimmung von Metropolregionen nicht.

Dirk Bronger hat sich daher um eine für Industrie- und Entwicklungsländer brauchbare Definition einer Metropole bemüht. Seiner Ansicht nach beträgt die Mindestgröße 1 Millionen Einwohner auf einen Gesamtraum von 2000 Einw./km². Zudem weist eine Metropole eine monozentrische Struktur auf, also die Ausrichtung einer Stadt oder eines Verdichtungsraumes auf nur ein vorhandenes Stadtzentrum (vgl. Heineberg 2006, S. 29).

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