Neuorientierung der kommunalen Wirtschaftspolitik in den letzten 15 Jahren

Die kommunale Wirtschaftspolitik muss sich den aktuellen Gegebenheiten fortwährend anpassen. Die damit verbundende Neuorientierung der letzten 15 Jahre ist vor allem bestimmt durch

  • die Veränderung der Rahmenbedingungen, in denen die kommunale Wirtschaftsförderung agiert,
  • eine veränderte Bewertung von Standortbedingungen,
  • ein stärkeres Bewusstsein für endogene Potentiale,
  • veränderte Kooperationsstrukturen in der Kommunalverwaltung zwischen Kommune und anderen Akteuren und
  • den Bedeutungsgewinn der lokalen und regionalen Wettbewerbsfähigkeit und Innovation

(Floeting 2008, S. 16).

Unternehmen sind auf gute Standortbedingungen angewiesen, um sich im wirtschaftlichen Wettbewerb behaupten zu können. Innerhalb Deutschlands unterscheiden sich die harten Faktoren (z.B. Verkehrssituation, Lohnkosten, Rohstoffvorkommen) von ihrem Standort her relativ wenig, weshalb Ressourcen wie Wissen und Kreativität als sogenannte weiche Standortfaktoren, die Städte und Gemeinden besonders attraktiv machen. Orte mit hoher Bedeutung für die Herausbildung lokaler und regionaler Alleinstellungsmerkmale besitzen dementsprechend einen Vorteil gegenüber anderen Städten und Gemeinden. Indes ist nicht nur die Wirtschaft auf gute lokale und regionale Standortbedingungen angewiesen, umgekehrt sind Städte auf eine funktionierende Wirtschaft angewiesen. Die Bedeutung der Unternehmen einer Stadt geht aber weit über ihren Beitrag zu den kommunalen Einnahmen hinaus. Gesellschaftliches Engagement von Unternehmen- und Arbeitnehmerschaft, Netzwerke zwischen Unternehmen und zwischen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen entscheiden über die Innovationsfähigkeit von Städten und somit über den Erfolg der Wirtschaftspolitik (vgl. Floeting 2008, S. 16f.).

Weiterhin bildet die Schaffung von kreativen Milieus und die Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik die zentrale Aufgabe der Kommunen. Da in der kommunalen Wirtschaftspolitik alle kommunalen Aufgabenfelder und Handlungen mit einbezogen werden, können beispielsweise Leitbilder und Konzepte der Stadtentwicklungspolitik sowie Regelungen der Umweltpolitik eine wichtige Rolle für die lokale Wirtschaftsentwicklung spielen. Wie gut der Wirtschaftstandort zu erreichen ist, wird durch die kommunale Verkehrspolitik mitgestaltet, dies sind nur einige Beispiele. In diesem Zusammenhang wird klar, dass sich in einer Kommune verschiedene Akteure mit der agierenden Politik befassen müssen (vgl. Floeting 2008, S. 17f.).

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