Clusterpolitik Definition

Der Begriff Clusterpolitik fasst eine Vielzahl von Politikansätzen zusammen und ist im Speziellen eine Form der Industriepolitik (Floeting 2008, S. 21). Städtische und regionale Clusterpolitik kann an unterschiedlichen Stellen ansetzen, in unterschiedlicher Breite und mit verschiedenen Schwerpunktsetzungen betrieben werden. Dabei gibt es keine feste Planung von Maßnahmen für die Förderung, der Entstehung und Entwicklung von Clustern. Vielmehr muss sich die Wirtschaftsförderung fragen, wo Potentiale und Aktivitäten von Unternehmen, Wissenschaft oder Kammern sinnvoll angeregt und ergänzt werden können. Zunächst gilt es daher, die Herstellung einer notwendigen Clusterdichte zu vollziehen, die durch den Aufbau einer clusterbezogenen Dienstleistungsinfrastruktur unterstützt wird. Danach dient die Erstellung von Netzwerken zwischen Unternehmen und anderen Akteuren der Etablierung des Clusters. Im Zuge dieser Netzwerkentwicklung gilt es, etwaige Schwachstellen in den geförderten Netzwerken auszugleichen (vgl. Floeting 2008, S. 21).

Im Einzelnen lässt sich eine Reihe von Bausteinen definieren, die von Kommunen und Regionen im Rahmen der Clusterpolitik gestaltet und selbst mitgestaltet werden können:

  • Schaffung adäquater Organisationsformen (z.B. durch Ansprechpartner bestehender Ämter und Gesellschaften oder durch die Bildung von Sonderorganisationen),
  • Erarbeitung von Clusterstrategien und -konzepten im Zusammenwirken mit relevanten Akteuren aus Wirtschaft und Wissenschaft,
  • Abstimmen der lokalen Strategien mit den Programmen und Aktivitäten der übergeordneten Ebenen (EU, Bund, Land),
  • Schaffung von wirtschaftsnahen Infrastrukturen wie Technologie- und Gründerzentren mit entsprechendem Clusterprofil,
  • Initiierung, Unterstützung und Moderation von Netzwerken zwischen den Unternehmen, Hochschulen, Kammern usw.,
  • Anpassung des Standortmarketings und internationaler Aktivitäten auf die identifizierten Clusterpotentiale bzw. Unterstützung der Marketing- und Internationalisierungsmaßnahmen bestehender Netzwerke,
  • Unterstützung von Leitprojekten, in denen die Anwendung von Technologien in Stadt und Region erstmals ausprobiert wird,
  • Mitwirkung bei Querschnittsaufgaben wie Unternehmensfinanzierung,
  • Gründerberatung oder Qualifizierung für Clusterunternehmen. (Floeting 2008, S. 22f.)

Quellen

Literaturquellen:
FLOETING, H. (Hrsg.) (2008): Cluster in der kommunalen und regionalen Wirtschaftspolitik.
Vom Marketingbegriff zum Prozessmanagement. Berlin.

GRAGOBBER, M./ ORTNER, J./ SAMMER, M. (Hrsg.) (2003): Wissensnetzwerke.
Konzepte, Erfahrungen und Entwicklungsrichtungen. Wiesbaden.

KEDDIGKEIT, J. (2007): Kleine Geschichte der Stadt Kaiserslautern. Karlsruhe.

KULKE, E. (2008): Wirtschaftsgeographie. Grundriss Allgemeine Geographie. 3. Aufl.,
Paderborn.

TECHNOLOGIE TRANSFER NETZWERK HESSEN (Hrsg.) (2007): Zukunftsszenarien des
Wissens- und Technologietransfers zwischen Hochschule und Wirtschaft. Erfolgsmodelle,
Anforderungen und Bewertungsmaßstäbe. Bonn.

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