Sachsendreieck – Halle, Leipzig, Dresden, Chemnitz, Zwickau

Das Sachsendreieck wird gebildet durch die Ballungsräume Chemnitz-Zwickau, Dresden und Halle-Leipzig und liegt damit in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Metropolregion heißt deshalb Dreieck, da diese drei Ballungsräume gleichbedeutsame Ecken eines Dreiecks darstellen sollen. Sie ist die einzige Metropolregion welche komplett in den neuen Bundesländern liegt. Die Fläche liegt bei etwa 12.000 Quadratkilometern. Die Einwohnerzahl beläuft sich auf etwa 3,5 Millionen Menschen. Daraus ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 292 Einwohnern pro Quadratkilometer.

Die funktionalen Mittel- und Oberzentren sind peripher an den Ecken und Kanten des aufgespannten Dreiecks zu finden (vgl. IKM 2009). Die größten Städte der Metropolregion sind Dresden und Leipzig mit je etwas mehr als 500.000 Einwohnern. Chemnitz erreicht 245.000 Einwohner. Halle an der Saale mit 234.000 Einwohnern und Zwickau mit knapp 100.000 Einwohnern. Durch die Abwanderung nach der Wende in den Westen der Republik und durch die fortschreitende Suburbanisierung haben diese Städte jedoch deutlich an Einwohnern verloren. Diesem Rückgang wurde vor allem durch Eingemeindungen entgegengewirkt.

Die Metropolregion kennzeichnet sich wirtschaftlich durch einen Zuwachs von hochqualifizierten Arbeitsplätzen und eine Geringzahl von Arbeitsplätzen, welche keinen Hochschulabschluss erfordern. Die Arbeitslosenquote schwankt innerhalb des Dreiecks; der Durchschnittswert liegt jedoch bei etwa 20%. Ein großes wirtschaftliches Problem der Metropolregion ist die geringe Kaufkraft und das Fehlen von Unternehmenszentralen, welche aus politischen Gründen zwischen den Jahren 1945 und 1961 in den Westen abgewandert sind. Innerhalb der Wirtschaftsbranchen wie zum Beispiel der Automobilindustrie gibt es enge Verflechtungen zwischen den Betrieben.

Die Ballungsräume haben sich jedoch auf verschiedene Wirtschaftsspaten spezialisiert. So ist der Raum Leipzig-Halle führend in den Bereichen Logistik und Handel, auch aufgrund des Messestandorts. Dresden ist führend im Bereich Mikroelektronik und Chemnitz im Maschinenbau. So sind die einzelnen Ballungsräume zwar voneinander abhängig, jedoch existiert auch hier wie im Rhein-Ruhr-Gebiet ein starkes Konkurrenzdenken, welches zu einem Mangel an Kooperationen führt. Die Konkurrenz zwischen den Städten macht sich vor allem bei der Neuansiedlung von Industriestandorten bemerkbar. Auch anzuführen ist hierbei, dass alle drei Ballungsgebiete innerhalb des Dreiecks eigene Verkehrsverbünde besitzen und somit auch die Kommunalpolitik dafür sorgt, dass es keine Geschlossenheit der Metropolregion gibt. Kooperationen der gesamten Metropolregion gibt es seit 2006 mit Gera, Magdeburg, Dessau und der ImPuls-Region bestehend aus Erfurt Weimar und Jena. Nach außen hin ist die Region im Allgemeinen nur durch die Städte Leipzig und Dresden bekannt, welche bedeutende Sehenswürdigkeiten wie die Dresdner Semperoper beherbergen (BBR 2007, S.39-68.).

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