Südtirol Referat – > Fläche, Sprachen und Wirtschaft

Lage und Größe von Südtirol

Wenn man über München und Innsbruck mit dem Auto oder mit dem Zug nach Italien fährt, so gelangt man vom österreichischen Bundesland Tirol über den Brennerpass in die nördlichste italienische Provinz Südtirol.

In Südtirol leben auf einer Gesamtfläche von 7400 km2 rund 500.000 Einwohner. Es ist damit fast dreimal so groß wie das Saarland (2570 km2), hat aber nur halb so viele Einwohner wie dieses deutsche Bundesland (1.018.000 E.). 98% der Bevölkerung Südtirols sind katholisch.

Südtirol ist ein Gebirgsland: Nur 15% der Landesfläche liegen unterhalb von 1000 m und 40 % liegen höher als 2000 m ü.N.N..

Im Norden wird Südtirol vom Alpenhauptkamm (Ötztaler, Stubaier und Zillertaler Alpen) gegen Österreich und im Westen von der Ortlergruppe gegen die Schweiz abgegrenzt. Der Ortler ist mit 3905 m der höchste Berg Südtirols. Im Osten und Südosten verläuft die Grenze zu den italienischen Nachbarprovinzen über die Dolomiten, die zu den südlichen Kalkalpen gehören.

Dolomiten

Die Dolomiten gelten als eine der imposantesten Berglandschaften weltweit und Teile von ihnen wurden 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt. Sie sind ein Gebirge, dessen Name sich von einem Gestein herleitet, das einen großen Teil seiner Berge aufbaut und das nach dem französische Naturforscher Dolomieu benannt ist. Dieser unternahm 1789 und 1790 mehrere Reisen durch Südtirol und entdeckte dabei ein Gestein, das dem Kalk sehr ähnlich ist, aber mit verdünnter Salzsäure nur eine sehr geringe chemische Reaktion aufweist. Während Kalk aus dem Mineral Calcit besteht, setzt sich der Dolomit aus einer Mischung von Calcium- und Magnesiumkarbonat zusammen.

Die Schönheit der Dolomiten beruht im Wesentlichen auf einer eindrucksvollen Formenvielfalt. Gipfel, Pfeiler und Türme sowie Hochebenen mit Felsvorsprüngen, Zacken und Plateaus erheben sich steil über ausgedehnte Geröllablagerungen und sanfte Hügel. Einige Felstürme haben über 1500 m hohe Steilwände. Aus dem Gegensatz zwischen den bleichen Felswänden und den darunter liegenden Wäldern und Wiesen ergibt sich eine Farbenvielfalt. Was heute teilweise mehr als 3.000 Meter über den Meeresspiegel hinausragt, entstand vor 200 Millionen Jahren auf dem Grund eines Meeres. Damals waren die heutigen Dolomiten, in einem tropischen Flachmeer gelegen, ein riesiges Korallenriff, das durch Ablagerungen immer weiter wuchs.

Die Entstehung der Alpen

Vor etwa 300 Millionen Jahren waren Europa, Asien, Nord- und Südamerika, Afrika und Australien noch keine getrennten Kontinente, sondern sie bildeten eine zusammenhängende Landmasse, den „Superkontinent“ Pangäa. Gegenläufige Strömungen im Erdmantel sorgten dafür, dass vor etwa 200 Millionen Jahren Pangäa in mehrere Platten zerbrach. An den Bruchstellen stieg ständig Magma aus dem Erdinneren an die Oberfläche empor. Die afrikanische und die eurasische Platte begannen auseinanderzutreiben. Dabei entstand zwischen Afrika und Europa ein großes Meer, das so genannte Thetys-Meer.

Dieses war zunächst ein flaches Küstenmeer, in dem sich Korallen und Algen ansiedelten. Durch die Bewegungen der Erdkruste dehnte es sich dann aber weiter nach Europa hin aus. Dort, wo vorher seichtes Küstenland oder Festland war, bildeten sich so genannte Ablagerungsbecken, die durch Landbrücken voneinander getrennt waren. Sie sind für die Geologie von großer Bedeutung, weil die Alpen aus verschiedenen Gesteinsarten bestehen, die in diesen Becken entstanden.

In einem Becken lebten zum Beispiel viele kalkabscheidende Lebewesen wie Korallen, Algen, Muscheln und Schnecken. Ihre Ausscheidungen und kalkhaltigen Schalen sanken auf den Meeresboden und lagerten sich dort ab. Im Laufe von Millionen von Jahren verfestigten sich diese Ablagerungen (Sedimente) durch Druck und Hitze und wandelten sich zu Gestein um. Daher finden wir in den Alpen sehr viel kalkhaltiges Gestein. In den Becken an den Küsten lagerten sich Sand- und Tonsedimente ab, die von den Flüssen ins Meer gespült wurden. Auch sie sanken auf den Meeresgrund und verfestigten sich. Die am Meeresgrund entstandenen Gesteinsarten aus Kalk-, Sand- und Schotterablagerungen bilden heute den Großteil der Alpen.

Vor ca. 150 Millionen Jahren kehrte sich die Strömung unter der Erdkruste um. Die afrikanische Platte bewegte sich nun langsam nach Norden auf die eurasische zu. Durch den seitlichen Druck wurden die Gesteinsschichten gestaucht, gefaltet und teilweise sogar übereinander geschoben. Diese Vorgänge verliefen im Untergrund und waren an der Erdoberfläche nicht wahrnehmbar. Die eigentliche Gebirgsbildung der Alpen fand vor etwa 100 bis 10 Millionen Jahren statt. Die afrikanische Platte schob sich auf die eurasische, die dadurch in die Tiefe abtauchte. Das gefaltete Gesteinsmaterial stieg durch den ständigen Druck in Millionen von Jahren langsam auf. Die Alpen entstanden und als Teil von ihnen auch die Dolomiten.

Verwitterung und Erosion

Noch während sie in die Höhe wuchsen, wirkten die vielfältigen Kräfte der Verwitterung und Erosion, also der Zersetzung und Abtragung des Gesteins, von außen auf sie ein und sind heute immer noch tätig. Die Sonne z.B. erwärmt dunkle und helle Bestandteile (Minerale) eines Gesteins unterschiedlich, so dass diese sich unterschiedlich stark ausdehnen und ihren Zusammenhalt lockern. In die entstehenden Risse dringt Regenwasser ein, löst die Minerale weiter aus dem Verbund und lässt manchmal das gelockerte Gestein als Erdrutsch die Hänge hinab gleiten. Auch Temperaturänderungen durch Frost in der Nacht und wärmende Sonnenstrahlen am Tag setzen den Felsen stark zu. Da frierendes Wasser sein Volumen vergrößert, kann es zu regelrechten Frostsprengungen im Gestein kommen.

Ein große Rolle bei der Gestaltung der Oberfläche spielte schon immer und spielt auch heute noch das ständig fließende Wasser, das den Boden und das Grundgestein des Tales auswäscht und loses Material flussabwärts transportiert. Vor allem im Oberlauf der Flüsse, also im Hochgebirge Südtirols, nimmt das wegen des starken Gefälles schnell fließende Wasser viel Sand und Geröll mit und benutzt es als Schleifmittel zum Vertiefen seines Bettes. Im flacheren Gelände, wenn die Fließgeschwindigkeit abnimmt, wird dann das Material abgelagert.

Das Erscheinungsbild der Alpen wurde maßgeblich durch die Eiszeiten der letzten 2 Mio. Jahre geprägt. Die Alpen waren in diesen Zeiten mit einer fast geschlossenen dicken Eisdecke überzogen, weil die Schneegrenze um ca. 1400 Meter tiefer lag als heute. Es gab mehrere Klimawechsel. Auf ausgedehnte Kaltzeiten (Eiszeiten) folgten wärmere Perioden(Zwischeneiszeiten). Die einzelnen Zeitabschnitte dauerten mehrere Zehntausend bis mehrere Hunderttausend Jahre und die letzte Eiszeit war erst vor 10000 Jahren zu Ende. In Kältezeiten hobelten und weiteten die Gletscher die Täler aus und nahmen viel Gesteinsmaterial mit und häuften es auf.
In den wärmeren Zeiten fiel sehr viel Schmelzwasser an, das in Sturzbächen tiefe Schluchten ins Gebirge grub oder in Vertiefungen, die die Gletscher im Untergrund geformt hatten, Seen auffüllte.

Täler in Südtirol

Südtirol wird großräumig von den drei Tälern Etschtal, Eisacktal und Pustertal gegliedert, von denen zahlreiche Seitentäler abzweigen, wie z.B. Villnöß-, Grödner- oder Eggental. Durch das Haupttal Südtirols fließt die Etsch, die nach dem Po (650 km) mit 415 km der zweitlängste Fluss Italiens ist. In die Etsch mündet der Eisack, der mit knapp 100 km der zweitlängste Fluss Südtirols ist. Er entspringt am Brenner, dem mit 1370 m Höhe über dem Meeresspiegel niedrigsten Pass über den Alpenhauptkamm. Über den Brennerpass führt die meistbefahrene Straßenverbindung zwischen Österreich und Italien.

Die berühmte Brennerautobahn, auf der wir auf unserer Klassenfahrt fahren werden, und die Brenner-Eisenbahnstrecke verlaufen durch das Eisacktal und anschließend durch das Etschtal Richtung Po-Ebene.
Durch das Pustertal fließt die 80 km lange Rienz, die in der Nähe von Brixen in das Eisacktal mündet.

Städte in Südtirol

Die größten Siedlungen Südtirols finden wir in den drei genannten Tälern. Die Landeshauptstadt Bozen liegt am Zusammenfluss von Eisack und Etsch auf ca. 250 m Meereshöhe und ist mit 104000 Einwohnern etwa so groß wie Siegen.
Der alte Kur- und Fremdenverkehrsort Meran ist mit 38000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Südtirols und liegt im Etschtal. Die mit 20000 Einwohnern drittgrößte Stadt ist die Domstadt Brixen. Sie ist der Hauptort des Eisacktals und eine der ältesten Städte Tirols. Bruneck ist mit seinen 15000 Einwohnern der größte Ort des Pustertals.
Insgesamt wohnen 43% der Bevölkerung in Stadtgemeinden, der Rest lebt verstreut in kleineren Ortschaften im Tal oder am Berg.

Sprachgruppen in Südtirol

Die größte Besonderheit in Südtirol ist, dass hier drei Sprachgruppen zusammenleben.
Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung sind deutschsprachig, über ein Viertel hat Italienisch als Muttersprache, und knapp vier Prozent der Landesbevölkerung, hauptsächlich in den Tälern um das Sella-Massiv in den Dolomiten, sprechen Ladinisch, ein mit dem Rätoromanischen vergleichbares Volkslatein. In fünf Gemeinden, darunter die Hauptstadt Bozen, gibt es eine italienischsprachige Bevölkerungsmehrheit.

Das Südtirol-Problem

Wie kam es dazu, dass in Südtirol italienisch gesprochen wird? Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, im Jahr 1919, wurde in den Friedensverhandlungen von Saint-Germain bei Paris die österreichisch-ungarische Monarchie aufgelöst. Das seit mehr als fünf Jahrhunderten zu Österreich gehörende Tirol wurde entlang der Brennergrenze geteilt und Südtirol Italien zugesprochen.

Als drei Jahre später die Faschisten mit dem Diktator Benito Mussolini an die Macht kamen, begann eine zwangsweise Italianisierung, die deutschsprachigen und ladinischen Südtiroler sollten zu „guten Italienern“ geformt werden.

Deutsche Orts- und Städtenamen wurden übersetzt oder es wurden italienische Endungen angehängt. Italiens Regierung verbot sogar die Verwendung des deutschsprachigen Namens „Südtirol“ und verordnete die italienische Bezeichnung „Alto Adige“ (Oberetschland). Auch aus Gerichten, Verwaltung und Schulen wurde die deutsche Sprache verbannt, deutsche Aufschriften, sogar auf Grabsteinen, wurden verboten, deutsche Schulen und Kindergärten aufgelöst. Alle staatlichen Stellen in Verwaltung, Polizei, Bahn, Post usw. wurden ausschließlich mit Italienern besetzt und die gewählten Bürgermeister durch italienische Amtsbürgermeister ersetzt.

Als der erhoffte Erfolg dieser Maßnahmen ausblieb, begann man Mitte der 30er Jahre mit dem Aufbau eines Industriebezirks in Bozen und damit verbunden der massenweisen Ansiedlung von Italienern aus dem Süden, um die Südtiroler zur Minderheit in ihrer Heimat zu machen.

1939 gab es einen weiteren Schlag gegen die Südtiroler, als nämlich die Diktatoren Hitler und Mussolini sich auf ein Umsiedlungsabkommen einigten. Die Bevölkerung hatte die Wahl, die italienische Staatsbürgerschaft zu behalten oder ins deutsche Reichsgebiet umzuziehen. Über 80% der deutschsprachigen Südtiroler entschieden sich für die deutsche Staatsbürgerschaft. Doch der Zweite Weltkrieg erschwerte die Umsiedlung. Bis 1943 verließen nur etwa 75000 der 250000 deutschsprachigen Südtiroler das Land.

Nach dem Zweiten Weltkrieg forderte Österreich Südtirol zurück. Doch die Siegermächte lehnten diesen Antrag ab: Südtirol blieb italienisch. Der südtiroler Bevölkerung wurde in einem Abkommen aber die Gleichberechtigung gegenüber den italienischen Staatsbürgern, eine begrenzte Selbstverwaltung (begrenzte Autonomie), wirtschaftliche Förderung und insbesondere die Wiederzulassung der deutschen Sprache zugesichert. Das Abkommen wurde von den Italienern zunächst jedoch nur ungenügend erfüllt. Daraufhin kam es zu Protesten und in den 60er Jahren zu zahlreichen Terroranschlägen deutschnationalistischer Gruppen gegen italienische Kasernen und gegen Strommasten. 15 italienische Polizisten wurden ermordet, drei Südtiroler starben an den Folgen von Folter. Es dauerte über 20 Jahre, bis eine für Südtirol befriedigende Lösung des Südtirol-Problems gefunden wurde. 1972 trat ein Vertragswerk unter dem Namen „Südtirol-Paket“ oder „Zweites Autonomiestatut“ in Kraft. Es enthielt 137 Maßnahmen zum Ausbau der Autonomie und zur Förderung der deutschen und ladinischen Sprachgruppe. Deutsch wurde als zweite Amtssprache anerkannt. Deutsch und Italienisch wurden für jeden Schüler zu Pflichtfächern in der Grundschule.

Wichtig war, dass viele wirtschaftliche und kulturelle Zuständigkeiten vom italienischen Staat auf die Provinz Bozen-Südtirol übertragen wurden. Weil das „Südtirol-Paket“ vollständig verwirklicht war, beendeten Österreich und Italien 1992 offiziell ihren Streit über Südtirol. Als Österreich 1995 der Europäischen Union beitrat, wurden die Grenzkontrollen am Brenner abgeschafft und mit der „Europaregion Tirol-Trentino-Südtirol“ ein grenzüberschreitender Wirtschaftsraum geschaffen, in dem seit 2002 mit der Gemeinschaftswährung Euro gezahlt wird.
Südtirol hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer wohlhabenden Region in Europa und zu einer der reichsten in Italien entwickelt. Der Wohlstand hat zu einer Entspannung der Konflikte zwischen den Sprachgruppen beigetragen.

Die Wirtschaft Südtirols

Südtirols Wirtschaft ist vor allem durch den Dienstleistungsbereich geprägt, und hier vor allem durch den Tourismus. Daneben spielen aber auch ein gut entwickeltes Handwerk, insbesondere im Bausektor, kleinere und mittelgroße Industrieunternehmen sowie die Landwirtschaft eine wichtige Rolle. 69% der Beschäftigten arbeiten im Bereich der Dienstleistungen, 23% im produzierenden Gewerbe und 8% in der Landwirtschaft.

Tourismus

Der Tourismus spielt heute eine zentrale Rolle in der Wirtschaft der rohstoffarmen Region. Der Fremdenverkehr begann in Südtirol in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als einige wenige Orte, wie z.B. Meran, zur Erholung aufgesucht wurden.

Inzwischen ist er in jeden kleinsten Ort und in jedes entlegene Tal vorgedrungen. Besonders die Tallagen und die Wintersportzentren haben sich in den letzten Jahren zu blühenden Fremdenverkehrszentren entwickelt. Südtirol war schon immer wegen der Kurorte und des milden Klimas auf der Alpensüdseite stark besucht, es wird aber in den letzten Jahrzehnten durch die Erschließung des Hochgebirges durch Straßen und Seilbahnen zunehmend von Wintersport und sommerlichem Erlebnisurlaub (Wandern, Bergsteigen) geprägt.

Südtirol verfügt über mehr als 10000 Beherbergungsbetriebe (Hotels, Pensionen, Privatzimmervermietungen) mit insgesamt 220.000 Gästebetten und zählt jährlich 28 Millionen Übernachtungen. Insgesamt melden sich jährlich ca. 5 Millionen Gäste in Südtirol an, davon ca. 3 Millionen im Sommer- und 2 Millionen im Winterhalbjahr. Zwei Drittel aller Gäste kommen aus dem Ausland, ein Drittel sind Italiener. Fast die Hälfte der ausländischen Touristen stammen aus Deutschland.

Südtirol wurde für die Deutschen nicht nur wegen der landschaftlichen Schönheit zu einem beliebten Ferienziel, sondern auch deshalb, weil hier Deutsch gesprochen wird und weil hier eine Mischung aus italienischer Atmosphäre und österreichischer Gemütlichkeit herrscht. Im Winter lockt das größte „Ski-Karussell“ der Welt, das Skigebiet „Dolomiti Superski“, mit über 1200 Pistenkilometern viele Skifahrer und Snowboarder, vor allem aus Deutschland, an.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft hat in Südtirol eine jahrhundertlange Tradition und hat auch heute noch eine verhältnismäßig große Bedeutung. Südtirol zählt insgesamt 17.000 landwirtschaftliche Betriebe. Die Talbauern sind meist im Obst- und Weinbau tätig, während sich die Milchwirtschaft auf die Bauern am Berg konzentriert. Zwei Drittel aller Landwirte bewirtschaften ihren Hof nicht im Vollerwerb, was bedeutet, dass sie im Zu- oder Nebenerwerb in anderen Sektoren der Wirtschaft tätig sind. Die landwirtschaftliche Nutzfläche nimmt 36% der Gesamtfläche Südtirols ein. Diese setzt sich wie folgt zusammen: Wiesen und Weiden (90%), Anbauflächen für den Obstbau (7%) und für den Weinbau (2%) , Ackerland 1%.

Äpfel

Den höchsten Anteil an der landwirtschaftlichen Produktion erzielen die Obstbauern. Südtirol produziert fast die Hälfte aller Äpfel Italiens und 10% aller Äpfel Europas. Insgesamt sind dies über 1,1 Millionen Tonnen Äpfel. Rund die Hälfte der Ernte wird exportiert, etwa 70% davon gehen nach Deutschland. Die mengenmäßig bedeutendsten der über 20 in Südtirol angebauten Sorten sind Golden Delicious, Gala, Red Delicious und Braeburn. Mit 18400 Hektar und 50 Millionen Bäumen ist Südtirol das größte Gebiet in der EU, in dem sich eine Apfelanlage an die andere reiht. Sie reichen von Salurn im Etschtal (200 m ü.N.N) bis auf die Hochfläche Natz-Schabs (890 m ü.N.N). Das Klima auf der Südseite der Alpen ist sehr günstig für den Apfelanbau.

Bei über 2.000 Sonnenstunden im Jahr erhalten die Äpfel ihre innere und äußere Fruchtqualität. Im Frühjahr, wenn die Bäume blühen, gibt es oft noch kalte Nächte und die Temperatur sinkt unter Null Grad Celsius. Die Bauern schalten dann die Frostberegnung ein. Das Wasser gefriert um die Blüten herum und der Eismantel produziert innere Wärme und schützt sie so vor dem Erfrieren. Die einzelnen Bauern besitzen oft nur 2–3 Hektar, deshalb gibt es 8.000 Familienbetriebe, die Äpfel anbauen. Sie haben in den letzten Jahrzehnten ihre Obstwiesen mit Hochstämmen meist durch Obstanlangen mit niedrigstämmigen Bäumen mit ca. 3000 Stämmen pro Hektar ersetzt. Durch die gewaltigen Mengen, die geerntet wurden, waren sie nicht mehr in der Lage ihre Ernte richtig zu lagern und günstig zu verkaufen. Sie schlossen sich deshalb zu Genossenschaften zusammen.

Die Äpfel werden in Großkisten zur Genossenschaft gebracht. Dort kommen sie in Kühlzellen. Durch niedrige Temperaturen (1-3°C) und wenig Sauerstoff in der Luft bleiben die Äpfel länger frisch: Mit moderner Lagerungstechnik können sie bis zu 8 Monate erntefrisch aufbewahrt werden. Die Genossenschaften starten im In- und Ausland Werbekampagnen für Südtiroler Äpfel und sind auch für den Verkauf zuständig. Auch beraten sie die Bauern in anbautechnischen Fragen.

Milchwirtschaft

Der zweite Pfeiler der Südtiroler Landwirtschaft ist die Milchwirtschaft. Südtirol zählt
144.000 Rinder. Davon sind etwas mehr als die Hälfte Milchkühe. Die Milch wird fast ausschließlich von den Sennereigenossenschaften verarbeitet. Die Milchbauern haben auch eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für die Landschaftspflege der Almen.

Wein

Die Südtiroler Weinwirtschaft produziert größtenteils Qualitätsweine. Die Rot- und Weißweine werden zu fast gleichen Teilen angebaut (356.000 Hektoliter). Fast die Hälfte der Weine werden in Südtirol verkauft, 20% im restlichen Italien, der Rest wird exportiert.

Zum Schluss noch einige bemerkenswerte Fakten:

  • Südtirol verfügt mit dem „Iceman“ („Ötzi“) über die älteste Gletschermumie der Welt (ca. 3300 Jahre v.Chr.), die übrigens in einem Museum in Bozen ausgestellt wird
  • mit Reinhold Messner über den berühmtesten Bergsteiger der Welt, der u.a. als erster alle 14 Achttausender im Himalaya bestiegen und der in den Dolomiten das Klettern gelernt hat
  • mit Luis Durnwalder über den Landeschef, der in Europa am längsten im Amt ist
  • mit 2,6% über eine der geringsten Arbeitslosenquoten in Europa
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