Soziale Institutionen – Beispiel: Ländlicher Raum

Eine soziale Institution dient als Entlastung für einzelne Personen und zur Stärkung von Interessengemeinschaften. Die Institutionen haben seit dem 19. Jh. grundlegende Veränderungen gemacht. Es wird unter drei soziale Institutionen unterschieden, der Familie, Religion und der Politik (vgl. Henkel, 2004, S. 94).

Familie als soziale Institution

Die Familie ist die älteste soziale Institution, die fast auf der ganzen Welt vorkommt. Die Familie auf dem ländlichen Raum war geprägt, dass es eine Mehrgenerationen Familie war. Das lässt sich darauf zurückführen, dass ein Mehrgenerationenhaus die Altersversorgung darstellte. Darum war die Anzahl des Nachwuchses in einer Landfamilie auch sehr hoch. Ein wichtiger Bestandteil war, dass es eine Weitergabe der Kultur, des Besitzes und der sozialen Macht an die Kinder gab. Die Familie war so strukturiert, dass der Vater das Familienoberhaupt war und somit viele Rechte und Pflichten gegen über der restlichen Familie hatte. Seit Beginn der Industrialisierung hat sich die Landfamilie den Lebens- und Wirtschaftsbedingungen angepasst, da ein Mehrgenerationenhaus durch verschiedene neue Einrichtungen, z.B. Rentenversicherungen und Schulen, überflüssig wurde (vgl. Henkel, 2004, S. 94f).

Religion als soziale Institution

Da früher jedes Dorf eine religiöse Gemeinschaft war, wurde das politische, wirtschaftliche und kulturelle Leben eines Dorfes merklich von der Kirche beeinflusst. Dies lässt sich erkennen, da dir Kirche früher mehr Funktionen als nur das Gebetshaus hatte. Sie war z.B. teilweise für Platz für Gerichtsverhandlungen und verantwortlich für Bevölkerungsstatistiken. Das kulturelle Leben der Dorfbevölkerung war geprägt von kirchlichen Bräuchen, aus denen verschiedene Feste resultierten: Weihnachtszeit, Fastnacht, Osterfest, Martinsumzüge und viele mehr. Viele von diesen Festen sind dadurch noch heute fest in der Gesellschaft verankert. Der persönliche Lebenslauf war ebenfalls von verschiedenen kirchlichen Stationen (Taufe, Erstkommunion/Konfirmation, Hochzeit, Beerdigung) geprägt. Allerdings geht der religiöse Einfluss im ländlichen Raum bis in die Gegenwart zurück, da ein Schwinden der Gläubigkeit durch Individualisierung und aufgeklärtes Denken zu erkennen ist. Dadurch verliert die Kirche und ihre Bräuche immer mehr an Bedeutung (vgl. Henkel, 2004, S. 96f).

Lokalpolitik als soziale Institution

Früher war die Lokalpolitik im ländlichen Raum sehr bürgernah, da die Politiker meist Bauern bzw. Handwerker aus dem jeweiligen Dorf waren. Durch diese persönliche Betroffenheit war das Engagement in der Politik sehr groß. Heute werden diese politischen Ämter oft von anderen, Außenstehenden, Personen übernommen, da die Bauern und Handwerker keine Zeit mehr für diese Nebentätigkeit finden, da sie durch die steigenden Arbeitslöhne weniger Arbeitskräfte beschäftigen können. Dass die politischen Ämter von Außenstehenden Personen übernommen werden könnte ein weiterer Grund für die Unattraktivität des ländlichen Raumes sein (vgl. Henkel, 2004, S. 97f).

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