Merkmale des Manierismus: Epoche der Kunstgeschichte

Der Manierismus ist eine wichtige Epoche der Kunstgeschichte zwischen der Spätrenaissance und dem Frühbarock. Er kann als Übergangsform zwischen diesen beiden Epochen oder als eigenständige Epoche angesehen werden.

Begriffserklärung:

Der Begriff stammt vom italienischen maniera, das „Manier, Art und Weise“ bedeutet. Erstmalig wurde das Wort vom italienischen Historiker Luigi Lanzi im Jahr 1792 verwendet. Der Begriff wurde von Jacob Burckhardt wieder aufgegriffen. Er bleibt bis heute jedoch in seinem Geltungsbereich umstritten.

Zeitliche Einordung:

  • Italien: ca. 1520 (Tod Raffaels) – 1600
  • Frankreich: ca. 1550-1610
  • Deutschland, Österreich/Ungarn, Niederlande, Flandern: ca. 1560-1610

Hintergrund:

Der Manierismus entstand in einer Zeit des Umbruchs und die Künstler/Architekten wandten sich von den ausgewogenen und harmonischen Kompositionen der Hochrenaissance ab. Die enigmatischen und allegorischen Darstellungen sollten nur von Kennern aristokratischer Kreise verstanden werden.

Merkmale des Manierismus:

  • Die Linie wurde vor der Fläche bevorzugt
  • Die Proportionen wurden zu langen Hälsen, Körpern und Beine verzerrt. Zudem wurden sie in den unmöglichsten, dynamischen Verrenkungen dargestellt
  • Gezielte Missachtung der Perspektive
  • Personen wurden oft abstoßend hässlich oder erotisch dargestellt
  • Krasse und grelle Farbunterschiede

Merkmale der Literatur des Manierismus:

  • Ein Hauptmerkmal der Literatur des Manierismus war der „Schwulstil“ (prunkhafte Aufgeblasenheit)
  • Oxymoron, Anagramm, Akronym und Epigramm waren die typischen Stilmittel

Bekannte Bauwerke im Stil des Manierismus:

  • Uffizien, Florenz
  • Palazzo de Te, Mantua
  • Palazzo Pitti, Florenz
  • Schloss Hellbrunn, Salzburg (später Manierismus, Schwelle zum Frühbarock)
  • Dorfkirche in Osterwohle (Altmarkt)
  • Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses
  • Schloss Plumlov, Mähren

Bedeutende Architekten und Bildhauer des Manierismus:

  • Michelangelo
  • Adriaen de Vries
  • Ludwig Münstermann
  • Giulio Romano
  • Baldassare Peruzzi

Bedeutende Maler und Grafiker des Manierismus:

  • Parmigianino
  • Giogio Vasari
  • Albrechts Altdorfer
  • Joseph Heintz der Ältere
  • Luca Cambiaso
  • Denis Calvaert
  • Rosso Fiorentino

Bedeutende Schriftsteller des Manierismus:

  • Michelangelo
  • Cervantes
  • Hoffmannswaldau
  • William Shakespeare
  • Edmund Spencer
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