Empfehlung für die beste Kinderbibel + Kriterien

Die „beste“ Kinderbibel gibt es nicht. Die Auswahl hängt von verschiedenen Faktoren ab: Alter, Lesegewohnheiten, Vertrautheit mit religiösen Traditionen, verschiedene Situationen (Alleinlesen, gemeinsam, Gespräch Kind-Erwachsener). Dennoch: gewisse Qualitätsmerkmale können benannt werden. Die nachfolgenden Bibeln für Kinder erfüllen unserer Meinung nach den weiter unten aufgeführten Kriterien.

Unsere Empfehlung für die beste Kinderbibel:

  1. Ich bin bei dir: Meine Kinderbibel mit Andachten von Sarah Young
  2. Elberfelder Kinderbibel von Martina Merckel-Braun und Judith Arndt
  3. Herders Kinderbibel von Ursel Scheffler und Betina Gotzen-Beek
  4. Kinderbibel: in 5-Minuten Geschichten von Annette Langen und Frauke Weldin
  5. Die Kinderbibel von Eckart zur Nieden und Ingrid und Dieter Schubert

Hier finden Sie die Kriterien bei unserem Vergleich ausführlich beschrieben. Bitte machen Sie sich selbst ein Bild und versuchen verschiedene Exemplare ihrem Kind vorzustellen.

1. Äußere Aufmachung und Gestaltung:

  • Lässt der Titel darauf schließen ob Glaubens- oder Unterhaltungsbuch?
  • Umfang, Umschlagsgestaltung, Illustrationsstil ästhetisch ansprechend?
  • Vorwort an Alterszielgruppe wünschenswert?
  • Layout, Text-Bild-Verteilung, Schriftart/-größe
  • Inhaltsverzeichnis
  • Textauswahl: Überschriften der Texte (reißerisch oder bibelnah), eventuelle Hinführungen/Erläuterungen/Verständnishilfen hilfreich?
  • Grad der Fiktionalität („genauso passiert“ oder Hinweis darauf, dass in der Bibel gläubige Menschen von Erfahrungen erzählen)

2. Umgang mit der biblischen Botschaft

  • Verantwortungsvoller Umgang mit dem Originaltext/der Originalbotschaft oder eher Klischees/falsche Akzente/Verfremdung
  • Textauswahl erfolgt danach, ob sie theologisch wichtig aber auch für Kinder verständlich ist (? Originaltexte werden so leichter zugänglich); Auslassung von schwierigen/dunklen Geschichten (Bsp.: Opferung Isaaks fehlt in fast allen Kinderbibeln)
  • Gattungsvielfalt vorhanden (Psalmen, Lieder, Gebete, Prophetentexte) oder einseitige Textauswahl (unterhaltsame oder „Einschlaf“-Geschichten)
  • „Randfiguren“ wie Frauen oder Kinder neben Jesus und den Jüngern
  • Aus welcher Perspektive wird erzählt? Kinder als Erzähler besonders gut für Identifikation geeignet
  • Gewichtung von AT und NT so wie im Original?
  • Geschichten von Frauen aufgegriffen?

3. Sprache

  • Texte werden da verkürzt, wo sie für Kinder zu lang sind (adressatengerecht: Kinder können besser und konzentrierter zuhören; theologische Schwerpunkte dennoch enthalten)
  • Texte werden mit erzählerischen Mitteln da verlängert/entfaltet, wo er zu schnell an den Kindern vorüberrauscht (Bsp.: Gleichnis vom Schatz im Acker eigentlich nur ein Vers, daher verlängert, um Verständnis zu erleichtern; „Bartimäus“ verlängert, damit sich Kinder besser in seine Lage versetzen können)
  • Sprachliche Gestaltung eher spannend und witzig (ausschmückend) oder wurde die biblische Botschaft in einer anschaulichen, prägnanten, sorgfältigen Sprache verfasst, die Kinder anspricht?
  • Satzbau: kurze, verständliche Sätze
  • angemessener Anteil an wörtlicher Rede (im Vergleich zum Erzählertext)

4. Illustrationen

  • Funktion der Bilder / was wollen sie erreichen?: Informationen vermitteln, zum Lesen motivieren, zum meditativen Betrachten einladen, innere Bilder wecken, zur Auseinandersetzung anregen
  • Wiederholt die Illustration den Inhalt, regt sie zum Interpretieren an (geht über das Gesagte hinaus) oder hilft sie zu deuten und zu verstehen?
  • Wollen die Bilder vordergründig Spannung erzeugen oder bringen sie den Text durch symbolhafte Darstellung zum Sprechen?
  • Stil der Illustrationen: realistisch, abstrakt etc.; Farbgestaltung
  • Gewichtung Bild – Text

5. Das Gottesbild

  • Wie wird von Gott erzählt? / Wie wird er dargestellt? (Wissen des Autors: Gott „von oben“ oder aus der Perspektive der erlebenden Menschen)
  • Gott ein „Macher“ oder ein „Geheimnis“?
  • Gottesbild: einseitig oder vielfältig (liebender und strafender Gott etc.)
  • Grenzerfahrungen von Menschen mit Gott: nur positive Erlebnisse oder auch negative (z.B. Verlassenheit, Leid, Schuld, Tod)? Werden dunkle Seiten verschwiegen/verharmlost?

6. Jesus-Darstellung

  • Wie wird von Jesus erzählt? / Wie wird er dargestellt?
  • wird Jesu Besonderheit für Christen und seine Botschaft deutlich?
  • Wird seine jüdische Herkunft (Text und Bild) deutlich?
  • Wunder- und Gleichniserzählungen vorhanden und als Worte Jesu gekennzeichnet?
  • Wunder: Zauberevents/naturwissenschaftlich erklärbar oder als Zeichen Jesu für das kommende Reich Gottes?
  • Wie wird Jesus auf Bildern dargestellt? Bsp.: streng, einladend, jung, alt, starr, lebendig etc.

-> Auswahl erfolgt immer unter Berücksichtigung der Lerngruppe (Alter, Bibelverständnis, Vorwissen, Vorlieben & Interessen)

Bsp.: Lehrer will nur „erzählen“: schlechte Bebilderung, aber guter Text zum Vorlesen
oder freies Erzählen zu guten Bildern (Text kann dann auch schlecht sein)

Neue Kreationen an Kinderbibeln

  • Immer neue Arten von Kinderbibeln auf dem Kinderbibelmarkt
  • Zusatzangebote wie Malen, Basteln, Hör-CD, Kinderbibeln als CD-Rom
  • Kleinkinder verstärkt im Blick (Bilderbücher zur Bibel aus extra strapazierfähigen Pappseiten oder mit Buggy-Befestigung)
  • achbücher zu Bibel für Kinderhände
  • Leider erfüllen viele neuere Kinderbibeln nicht mehr die Kriterien für eine gute kindsgerechte Erzählung und ansprechende Bebilderung

Ein kleiner Tipp: Ihr Kind sollte mehrere verschiedene Kinderbibeln im Laufe des Aufwachsens kennenlernen, um auch einzusehen, dass jede Kinderbibel nicht die Bibel selbst ist sondern immer eine Bearbeitung der Geschichte.

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