Morton Rhue – Die Welle: Inhaltsangabe & Zusammenfassung

Der Ausgangspunkt von Morton Rhues Roman „Die Welle“ ist eine simple Frage in einer Geschichtsunterrichtsstunde an einer High-School in einer US-amerikanischen Kleinstadt. Warum habe sich in Deutschland niemand richtig gegen die Nazis gewehrt, so lautet die Frage, und weil der Lehrer Ben Ross keine schlüssige Antwort parat hat, beschließt er, mit seiner Klasse ein Experiment zu wagen. „Macht durch Disziplin!“, „Macht durch Gemeinschaft!“ und „Macht durch Handeln!“, das waren die Parolen des Experiments, bei dem im Unterricht militärischer Drill herrschte und ansonsten alles auf die Gleichschaltung von Menschen angelegt ist. „Die Welle“ nennt Ross diesen Zustand, der zunächst in der Schulklasse Einzug hält, wo Freundschaften und Gruppen immer mehr im Kollektivzwang untergehen. Die Welle schwappt über, zunächst auf andere Klassen, schließlich auf die ganze Schule, und schlussendlich traut sich keiner, aus dem Kollektiv auszuscheren. Der Lehrer Ross verliert nach und nach sämtliche Contenance, immer mehr wird er zu einem Tyrannen. Nur ein Mädchen mit dem Namen Laurie Saunders, eine Schülerin der Klasse, wendet sich offen gegen die Welle, unterstützt auch durch ihre Eltern, besonders von der Mutter.

Laurie erfährt am eigenen Leib, was so eine Welle ausmachen kann. Weil sie dem Experiment gegenüber kritisch ist, wendet sich erst ihr Freund David, später dann auch noch ihre beste Freundin Amy gegen sie. Wer nicht mitzieht, erfährt schon bald körperliche Gewalt von den Mitgliedern der Bewegung – wie ein jüdischer Mitschüler, der den Geist der Welle ablehnt. Laurie kommt auf die Idee, als Chefredakteurin der Schulzeitung (gemeinsam mit vielen ebenfalls gegenüber der Welle kritisch eingestellten Mitgliedern der Redaktion) aktiv und intensiv gegen die Welle vorzugehen. Mit einer Sonderausgabe ihrer Zeitung wollen sie bewirken, dass den Mitschülern die Augen aufgehen und sie sehen, was die Welle angerichtet hat. Doch die Publikation bewirkt bei den Schülern das Gegenteil – sie werden noch aggressiver und wenden sich nur noch stärker gegen Laurie. Die Welle entscheidet schließlich, dass David als ihr Ex-Freund Laurie dazu auffordern soll, die Bewegung nicht länger zu attackieren und zu diskreditieren. Weil er Laurie im Gespräch nicht überzeugen kann, greift David zu körperlicher Gewalt und schleudert Laurie auf den Boden. Dadurch aufgeschreckt, erkennt er, was die Welle aus Menschen machen kann und stellt sich durch diese Einsicht nun auch auf Lauries Seite.

Nach einer knappen Woche, die das Experiment nun schon dauert, droht dem Lehrer Ross Ungemach von zwei Seiten. Einerseits verlangt seine Frau von ihm, dass das Experiment sofort beendet wird, da Ross unerträglich geworden ist. Andererseits fordert ihn nun auch der Direktor der Schule dazu auf, die Welle zu beenden, nachdem er Beschwerden von Eltern erhalten hatte. So ruft Ross eine Mitgliederversammlung ein, bei der er ein Bild Hitlers präsentiert, und erklärt den Schülern, dass sie der faschistischen Ideologie der Welle ebenso auf dem Leim gegangen sind wie die deutsche Bevölkerung seinerzeit der faschistischen Bewegung Hitlers. Viele Schüler tun das jedoch mit der Einstellung ab, es habe sich bei der Welle schließlich nur um ein Spiel gehandelt. Allgemein überwiegt jedoch die Erleichterung über das Ende des Experiments. Einzig ein Schüler mit Namen Robert Billings kann das Ende der Welle nicht akzeptieren: Er war vom größten Außenseiter der Klasse und vom Fußabstreifer der Kameraden bis zum absolut integrierten Mitglied der Bewegung und im weiteren Fortgang schließlich sogar zum Leibwächter des Anführers aufgestiegen. Nun, das Ende der Welle vor Augen, fürchtet er, in den alten Status zurückzufallen.

Zu Morton Rhues (Morton Rhue ist nur ein Pseudonym für den Schriftsteller Todd Strasser) Roman muss auf jeden Fall erwähnt werden, dass die Vorlage dafür auf einer wahren Begebenheit basiert. 1967 wagte ein Lehrer in Kalifornien ein Experiment, dem der in „Die Welle“ beschriebene Versuch sehr ähnelt.

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