Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui: Zusammenfassung

Dies ist eine Zusammenfassung des Dramas „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ von Bertolt Brecht (1898 – 1956). Zur Interpretation und den Hintergründen.

Die Anführer des Karfioltrusts (ein Konzern mit Monopolstellung im Blumenkohlhandel, also im Gemüsehandel) treffen sich, um zu beraten, wie sie aus der Absatzkrise des Karfiolgeschäfts herauskommen. Es ist die Rede von Arturo Ui, der angeboten hat, ihr Geschäft durch Gewalt und Drohungen anzukurbeln. Der Trust lehnt Uis Hilfe einstimmig ab und erhofft sich eine Stadtanleihe für Kaianlagen von dem angesehenen Politiker Dogsborough. Dieser durchschaut jedoch, dass der Karfioltrust nicht vorhat, die Kaianlagen zu bauen und lehnt den Antrag ab.

Bertolt Brecht – Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui

Bertolt Brecht – Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui

Butcher und Flake planen daraufhin eine Intrige gegen Dogsborough. Flake kann den Reedereibesitzer Sheet davon überzeugen, seine Reederei billig an den Karfioltrust zu verkaufen. Diese wird zu einem Spottpreis an den zunächst unwilligen aber letztlich begeisterten Dogsborough weiterverkauft. Durch den Erwerb der Reederei wird nun Dogsborough ein Mitglied des Trusts und setzt deswegen nun doch eine Stadtanleihe für den Bau von Kaianlagen durch. Die Mitglieder des Karfioltrusts, Dogsborough eingeschlossen, verbrauchen die Anleihe ohne Kaianlagen zu bauen und veruntreuen so die städtischen Gelder.

Arturo Ui steht kurz vor der Verzweiflung, weil er den Gemüsehandel der Stadt Chicago gerne unter seiner Gewalt hätte. Sein Leutnant Roma schlägt vor, mit Gewalt die Gemüseläden dazu zu zwingen, Schutzgeld an Ui zu zahlen. Ui hat jedoch Angst vor der Polizei und lehnt ab. Ui erfährt von der Veruntreuung der Stadtanleihe durch Dogsborough und erpresst diesen mit der Drohung, den Skandal aufzudecken. Er fordert, dass Dogsborough vor der Stadt für ihn bürgen soll, damit Ui die Polizei nicht fürchten muss.

Es wird eine Untersuchung gegen Dogsborough beantragt. Um ihn zu decken, entschließt sich der Trust, dass Sheet die Folgen des Skandals auf sich nehmen soll. Sheet wird tot aufgefunden, der Anklagevertreter O’Casey schöpft Verdacht und möchte genau über die Besitzverhältnisse der Reederei Bescheid wissen. O’Casey möchte nun von Bowl, dem alten Prokuristen von Sheet, mehr über die Besitzverhältnisse erfahren. Dieser wird jedoch auf dem Weg zum Gericht erschossen.

Arturo Ui trifft sich mit einem Schauspieler, der ihm beibringen soll, wie man zu einer großen Menge von Leuten redet und auch auf diese eine gute Wirkung erzielt. Ui trifft sich weiterhin mit einigen Gemüsehändlern und bietet ihnen seinen Schutz an. Hook, ein Gemüsehändler, kritisiert Ui. Wenig später wird verkündet, dass der Speicher von Hook brennt. Es ist offensichtlich, dass Uis Männer den Brand legten. Die anderen Gemüsehändler stimmen dem Schutzangebot von Ui zu. Aufgrund des Brandes kommt es zum Speicherbrandprozess, in dem Ui und seine Leute belastet werden. Die Anklage kann jedoch nicht gehalten werden, Ui hat bereits alle Zeugen eingeschüchtert und die Presse unter seine Gewalt gebracht. Ein gewisser Fish wird schlließlich zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Dogsborough verfasst sein Testament, in dem er Ui, Roma, Giri und Givola der Brandstiftung und des Mordes beschuldigt. Es treten nun Machtkämpfe unter den Leuten Uis auf, Roma bedroht Givola und Giri mit einer Waffe und fordert Ui auf, die Machtverhältnisse zu klären. Ui sieht sich als Führer und verweist auf neue Pläne. Er möchte seinen Einfluss auf Cicero ausdehnen.

Uis Vertrauter Roma befürchtet ein Komplott gegen ihn, er verabredet sich mit Ui in der Garage des Hotels, in dem Ui residiert. Roma und seine Männer warten in der Garage auf Ui, der erscheint um Roma umzubringen, da er ihm im Weg steht. Roma wird erschossen, selbst im Tod erkennt er nicht, dass Ui ihn verraten hat. Seine Gefolgsleute werden ebenfalls liquidiert.

Ui trifft sich mit Betty und Ignatius Dullfeet, er möchte das Vertrauen von Dullfeet bekommen. Ignatius Dullfeet tritt aber für die Freiheit von Cicero ein, verschleiert kommt es bei dem Gespräch auch durch, dass Dullfeet ermordet werden soll. Letztendlich wird Dullfeet ermordet. Der Trust ist damit nicht einverstanden.

Ui möchte nun Betty Dullfeet zu einer Zusammenarbeit überreden, sie lehnt jedoch eine Kooperation ab. Es entsteht Empörung der Gemüsehändler Chicagos und Ciceros gegen Ui und sein Vorgehen. Betty Dullfeet, in Verzweiflung versunken, hat sich nun doch von Ui zu einer Zusammenarbeit überreden lassen. Ui gibt sich in einer Rede selbst als Nachfolger Dullfeets aus und möchte Cicero nun endlich unter seinen Schutz nehmen. Er kündigt eine Volksabstimmung an, in der die Leute Ciceros über die Freiheit ihres Gebiets selbst bestimmen können. Arturo Ui droht zugleich auch allen Personen, die sich gegen ihn entscheiden. Durch die Drohungen stimmen die Bewohner von Cicero für ihn.

Aus einem zerschossenen Lkw klettert eine Frau verletzt heraus, sie schimpft über Ui und seine Gefolgsleute und beschuldigt sie des Mordes. Sie wird niedergeschossen. Im Epilog lehrt Brecht: „Ihr aber lernet, wie man sieht, statt stiert. […] Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1.109 Bewertungen, Durchschnitt: 1,19 von 5)
Loading...
Weitere Themen: