Merkmale der Romantik in der Literatur

Begriffserklärung

Die Romantik ist eine Epoche der Kulturgeschichte, zeitlich anzusiedeln vom späten 18. Jahrhundert bis tief in das 19. Jahrhundert hinein. Auf die Literatur bezogen: von 1795 bis 1848. Dabei Einteilung in Frühromantik (1795-1804), Hochromantik (1805-1815) und Spätromantik (1816-1848).

Merkmale der Romantik

  • Grundthemen: Seele, Gefühle, Individualität und Leidenschaft
  • in der Literatur materialisiert durch Motive der Sehnsucht, Todessehnsucht, Fernweh, Einsamkeit in der Fremde etc.
  • wiederkehrende Schauplätze: Natur, ruinenhafte Gebäude, Friedhöfe, Naturlandschaften
  • wiederkehrender äußerer Inhalt: Wechsel der Jahreszeiten (oft vom Sommer zum Herbst und zum Winter), Einbruch der Nacht und dergleichen; düsteres Stimmungsbild (Goethes Werther erschießt sich etwa um Mitternacht vor Heiligabend)
  • oft psychische/psychologische (unterbewusste) Elemente, teils ironische Ausprägung in Prosa, Drama und Lyrik
  • Hintergrund: Ablehnung der Wissenschaft und der Industrialisierung durch die zeitgenössischen Dichter, Kritik am Selbstbild des Menschen, der lediglich dem Profit dient
  • die äußere Form von romantischer Literatur ist dabei völlig offen, kein festgesetztes Schema, im Gegensatz zu den strengen Normen der Klassik
  • Sinnbild der romantischen Sehnsucht: die Blaue Blume
  • Hang zur Improvisation und freiem Schöpfertum, Phantasie und Kreativität stehen über allem
  • Roman als wichtigstes Instrument zur Veröffentlichung von Gedanken, innerhalb dessen konnte ohne Regeln Reflexion, Erzählung und lyrische Stimmungen miteinander verbunden werden, auch als Bildungs- und Entwicklungsroman bezeichnet
  • oftmals Mischung von verschiedenen Formen: Einbindung von Liedern, Gedichten, kleinen Szenen in Romane

Hauptvertreter der deutschen Romantik:

  • Joseph Freiherr von Eichendorf
  • Heinrich Heine
  • Clemens Brentano
  • E.T.A. Hoffmann
  • Novalis
  • Friedrich Schlegel
  • Achim von Arnim
  • Wilhelm Grimm

Selbstverständnis der Dichter und Schriftsteller in der Romantik

  • Literaten der Romantik verstehen sich als an keine Zwänge gebundene Geistesgrößen
  • immer wird versucht, universalpoetische Werke zu schaffen, in denen Illusion und Realität ineinander übergehen
  • dadurch sollen alle Sinne/Empfindungen angeregt werden
  • dadurch auch Anspruch auf die Macht über die Gefühle des Lesers; aufgebaute Vorstellungen und Stimmungen werden oft durch ironische und zynische Elemente mutwillig zerstört (teils nur durch wenige Worte)

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (196 Bewertungen, Durchschnitt: 4,18 von 5)
Loading...
Besucher haben danach gelesen: