Lobe den Herren Text & Analyse

Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret,
der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet,
der dich erhält,
wie es dir selber gefällt;
hast du nicht dieses verspüret?

Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet,
der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet.
In wieviel Not
hat nicht der gnädige Gott
über dir Flügel gebreitet!

Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet,
der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet.
Denke daran,
was der Allmächtige kann,
der dir mit Liebe begegnet.

Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen.
Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen.
Er ist dein Licht,
Seele, vergiß es nicht.
Lobende, schließet mit Amen!

Kontext und Analyse des Kirchenliedes „Lobe den Herren“

„Lobe den Herren“ ist das meist gesungene Kirchenlied weltweit.1 Allein im deutschen Evangelischen Gesangbuch ist es in sechs verschiedenen romanischen, germanischen, slawischen und nordischen Sprachen aufgeführt.
Der Text des Liedes stammt aus dem Jahr 1680 von Joachim Neander, die Melodie aus dem Jahr 1741 und wurde in Halle übertragen.

Das Lied besteht aus fünf Strophen, welche seit der ökumenischen Fassung von 1973 in inhaltlich leicht veränderter Form vorliegen. Sie sind in je fünf Verse gegliedert, wobei Vers eins und zwei in der Melodie eine Wiederholung darstellen. Das Versmaß ist ein durchgängiger Daktylus ohne Auftakt. Er ist in Vers eins und zwei je fünf-hebig, in Vers drei zwei-hebig und in Vers vier und fünf drei-hebig. Die Kadenzen sind weiblich, weiblich, männlich, männlich, weiblich. Der Reim ist ein Paarreim, kombiniert mit einem umarmenden Reim (aabba). Eine Ausnahme bilden die Verse drei und vier der dritten Strophe, die sich nicht reimen. Die meisten Reime sind rein, bis auf Vers eins und zwei der ersten sowie der zweiten Strophe.
In dem Lied wird lediglich ein Leser angesprochen, ausgenommen Strophe eins, Vers drei „Kommet zuhauf“. Jede Strophe beginnt mit der Anapher „Lobe den Herren“, es folgt ein Relativsatz.

Inhaltlich ist es ein Aufruf Gott zu loben und zu danken. Es handelt sich um das erste Lied des Kapitels „Loben und Danken“ im Evangelischen Gesangbuch. In der ersten Strophe geht es darum, Gott mit Gesang zu loben. „Himmlische Chöre“ werden angesprochen. Die für diese Arbeit zentrale Aussage der zweiten Strophe ist: „der dich erhält“. Gott erhält die Menschen, und führt sie sicher durch das Leben. Sie ist eng verbunden mit der dritten Strophe, welche aussagt, Gott geleite die Menschen und helfe in der Not. In der vierten Strophe wird metaphorisch darauf verwiesen, dass Gott seine Liebe von dem Himmel auf die Menschen regnen lässt.

Die letzte Strophe ruft dazu auf, den Namen Gottes zu loben. Es wird zudem gesagt „Er ist dein Licht“. Gott soll bis in die Ewigkeit gelobt werden. Das Lied schließt mit „Amen“. Allgemein handelt es sich also um einen sehr positiven Text, eben so, wie man sich einen Lobgesang vorstellt. Die guten Seiten Gottes werden aufgeführt und wofür er gelobt werden soll. Gott stellt in dem Text die Hoffnung dar. Neander bezieht sich auf verschiedene Psalmen der Bibel und lässt sie in den Text einfließen.

Quellen:

Vgl. Martin Rößler: Liedermacher im Gesangbuch. Band 2. Paul Gerhardt, Johann Rist, Johann Scheffler, Joachim Neander, Gerhard Tersteegen, Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. 2. durchgesehene Auflage. Stuttgart: Calwer Verlag 1993. S.112.

Vgl. Evangelisches Gesangbuch. Hrsg. von der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Evangelischen Kirche von Westfalen, der Lippischen Landeskirche in Gemeinschaft der Evangelisch- reformierten Kirche. Gütersloh, Bielefeld, Neukirchen-Vluyn: Gütersloher Verlag, Luther-Verlag, Neukirchener Verlag des Erziehungsvereins GmbH 1996. Nr.316. (im Folgenden: EG)

Vgl. Martin Rößler, 1993, S.115.

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